135-Millionen-Projekt: Wasserschiene für stabile Trinkwasserversorgung in Kärnten geplant
Dieses Thema Freunden empfehlen

Wasserschiene soll Trinkwasserversorgung im Zentralraum Kärnten stärken

Zwischen Villach und Klagenfurt wird ab 2028 eine Wasserschiene für den Kärntner Zentralraum errichtet. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 135 Millionen Euro und soll die unterschiedliche Verteilung von Trinkwasser in der Region ausgleichen.

Im Endausbau bis 2037 ist eine Leitungslänge von rund 135 Kilometern vorgesehen, aufgeteilt in vier Abschnitte. Erste Vorarbeiten an der Westspange der Wasserschiene sind von der Windischen Höhe aus bereits im Gange.

Projektstruktur und Zeitplan

Als erster Bauabschnitt wird in knapp zwei Jahren der Abschnitt zwischen Villach und Klagenfurt in Angriff genommen. Dieser Teil der Wasserschiene soll bis 2031 fertiggestellt sein. Nach der Fertigstellung des Abschnitts Klagenfurt–Villach sind weitere Abschnitte zwischen Villach und Feldkirchen, Feldkirchen und Klagenfurt sowie Feldkirchen und St. Veit geplant.

Zwischen Klagenfurt-Ost und Velden wird ein Teil der Leitung im Wörthersee verlegt. Die Leitungen der Wasserschiene werden auf eine Transportmenge von bis zu 200 Litern pro Sekunde ausgelegt.

Ziele und technische Auslegung

Laut Erich Eibensteiner, Geschäftsführer des Wasserverbandes Kärnten, kann Trinkwasser im Zentralraum Kärnten gelegentlich knapp werden. Er weist darauf hin, dass Kärnten derzeit durch Straßen und Schienen, nicht aber durch Wasserleitungen verbunden sei. Die Wasserschiene soll bei Störungen von Brunnen oder Quellen ein Aushelfen mit substanziellen Wassermengen ermöglichen.

Eibensteiner führt aus, dass eine Versorgung mit Tankfahrzeugen aus seiner Sicht nur unzureichend möglich sei, während eine Versorgung über Leitungen gut möglich sei. An Spitzentagen im August habe Klagenfurt nach seinen Angaben einen Wasserbedarf von 300 bis 400 Litern pro Sekunde. Für den substanziellen Ersatz eines Ausfalls nennt er als Beispiel Mengen von etwa 100 Litern pro Sekunde und mehr, auf die die Leitungen mit bis zu 200 Litern pro Sekunde ausgelegt werden.

Finanzierung des Projekts

Für das Gesamtprojekt Wasserschiene sind 135 Millionen Euro vorgesehen. Das Land Kärnten übernimmt 51 Prozent der Projektkosten, das entspricht knapp 69 Millionen Euro. Der verbleibende Teil der Kosten soll vom Bund und von den Gemeinden getragen werden.

Wasserwirtschaftsreferentin Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ) bezeichnet den für die Wasserschiene vorgesehenen Betrag als groß und hält Investitionen dort für sinnvoll, wo sie ihrer Aussage nach notwendig sind. Sie betont: „Ohne Wasser kein Leben, deshalb ist das auch die richtige Investition in die Zukunft.“

Rolle der Gemeinden und langfristige Perspektive

Günther Albel, Obmann des Wasserverbandes Kärnten, erklärt, dass die Funktionsweise der Wasserschiene auch von den Anrainergemeinden abhängt. Der Wasserverband sei in regem Austausch mit diesen Gemeinden und zuversichtlich, dass in den nächsten Monaten und Jahren Verträge über Wasserabnahme und Wassereinleitung geschlossen werden können.

Albel hebt hervor, es gehe darum, für kommende Generationen sicherzustellen, dass Wasser an jene Orte kommt, wo es gebraucht wird.

Stellungnahmen zum Umweltschutz

Olga Voglauer, Nationalratsabgeordnete und Landessprecherin der Grünen Kärnten, bezeichnet die überregionale Wasserschiene in einer Aussendung als wichtigen Schritt, um die Trinkwasserversorgung langfristig abzusichern. Sie erklärt, Trinkwasser könne langfristig nur gesichert werden, wenn Infrastrukturmaßnahmen mit konsequentem Natur- und Umweltschutz verbunden werden.

Voglauer verweist auf intakte Böden, Feuchtgebiete, Wälder und Gewässer als natürliche Wasserspeicher und warnt, wer diese Ökosysteme zerstöre, gefährde am Ende auch das Trinkwasser. Neben Leitungen fordert sie einen sorgsamen Umgang mit den wertvollen Ökosystemen.