Alarmierende Studie: Wiens Straßenstaub gefährlicher als in anderen Großstädten
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Studie: Hohe Belastung durch Straßenstaub in Wien

In Wien liegt nach Einschätzung der Geophysikerin Sylwia Klaudia Dytłow mehr schädlicher Straßenstaub als in anderen Großstädten. Sie stützt sich dabei auf Analysen von Proben, die sie im Jahr 2025 an sieben Stellen im Wiener Stadtgebiet entnommen hat.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) vorgestellt und in zwei wissenschaftlichen Veröffentlichungen dokumentiert. Die Proben wurden an der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau untersucht.

Zusammensetzung und Belastung des Straßenstaubs

Laut Dytłow enthalten die untersuchten Wiener Straßenstaubproben viel Material mit gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen. Die Analysen zeigen einen hohen Anteil an Mikroplastik sowie krebserregenden Stoffen, darunter polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Dytłow gibt an, dass der untersuchte Wiener Straßenstaub mehr schädliche Stoffe enthält als Straßenstaubproben aus anderen Städten, die sie analysiert hat. Die Forscherinnen fanden bei Partikelgrößen unter 0,05 Millimeter deutlich mehr kleinste Partikel als zuvor in Warschau, Krakau und Brisbane. Bei Partikelgrößen zwischen 0,1 und 0,2 Millimeter beschreibt Dytłow die Mikroplastikbelastung im Wiener Straßenstaub als gefährlich bis extrem gefährlich hoch.

Den Angaben zufolge lagern sich verschiedene Staubquellen zu kleinen Partikeln mit Schwermetallen und krebserregenden organischen Substanzen zusammen. Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe und bestimmte Mikroplastikpartikel im Straßenstaub können nach Einschätzung von Dytłow erhebliche ökologische Risiken darstellen und bergen potenzielle langfristige Gesundheitsgefahren durch Einatmen und über die Nahrungsaufnahme.

Probenahme und Staubquellen in Wien

Dytłow nahm im Vorjahr in Wien an sieben Stellen Straßenstaubproben, unter anderem nahe der Wagramer Straße, beim Schwedenplatz und vor dem Schloss Schönbrunn. Sie erklärt, dass sich der feine Straßenstaub vor allem entlang von Randsteinen und Parkspuren ansammelt. Beim Aufwirbeln durch Wind bestehe für Fußgänger und Radfahrer das Risiko, diesen einzuatmen.

Als Hauptquellen des Straßenstaubs in Wien nennt Dytłow Abrieb von Reifen, Bremsen, Asphalt und Fahrbahnmarkierungen. Zusätzlich trügen Rost von Fahrzeugen, Verbrennungs- und Treibstoffrückstände in den Abgasen, Staub vom Salz- und Schotterstreuen im Winter, industrielle Abgase sowie Staub aus der Atmosphäre zur Belastung bei. Wien sei die erste Stadt gewesen, in der sie genügend des feinsten Materials gefunden habe, um alle ihre Analysemethoden anwenden zu können. In ihren Arbeiten bleibt offen, wie sich eine mögliche Belastung durch Straßenstaub über einen längeren Zeitraum gestaltet.

Reinigungspraxis und Vergleich mit anderen Städten

Als möglichen Grund für hohe Straßenstaubwerte nennt Dytłow, dass Straßen möglicherweise selten gesäubert werden, insbesondere bei geparkten Autos. Sie verweist darauf, dass in Warschau die Straßen zweimal pro Woche gereinigt werden.

Die Wiener Magistratsabteilung 48 erklärt dazu, dass die Reinigung von Fahrbahnen und Parkstreifen in Wien anlassbezogen erfolgt und keinen festgelegten Intervallen folgt. Jede Straßenkehrerin und jeder Straßenkehrer habe eine zugeteilte Kehrfläche, die sauber zu halten sei. Die Häufigkeit der Reinigung hänge von der tatsächlichen Verunreinigung und von der Zugänglichkeit, insbesondere bei Parkstreifen, ab.

Magnetische Messmethoden als Analysewerkzeug

Die polnischen Expertinnen stellten fest, dass nicht oder kaum magnetische Staubkomponenten wie polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, Plastik-Weichmacher und Mikroplastik in den Wiener Proben fast vollständig an magnetische Teilchen gebunden sind. Als magnetische Teilchen werden unter anderem Partikel aus Bremsabrieb und Verbrennungsrückständen genannt.

Laut Dytłow lässt sich die Gesamtverschmutzung des Straßenstaubs mittels magnetbasierter Methoden gut abschätzen. Diese Verfahren seien kostengünstiger als genauere Analysen und dauerten etwa eine Minute, während detailliertere Untersuchungen des Straßenstaubs bis zu drei Tage und mindestens zehn Stunden in Anspruch nehmen können.

Dytłow erläuterte die Ergebnisse bei einer Pressekonferenz am Dienstag im Rahmen der EGU-Generalversammlung. Sie gibt an, dass es vor ihrer Untersuchung keine Studie über Verunreinigungen im Straßenstaub in Wien gegeben habe.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.