In Wiens Kindergärten fehlen laut der Gewerkschaft Younion derzeit rund 1.800 Pädagoginnen und Pädagogen. Allein in den städtischen Einrichtungen der Stadt Wien sind rund 840 Stellen für Elementarpädagoginnen und -pädagogen unbesetzt. Die Gewerkschaft fordert angesichts dieser Situation ein neues Besoldungspaket sowie bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten.
Gewerkschafter Manfred Obermüller kündigte im ORF-Interview einen „heißen Herbst“ an und stellte weitere Maßnahmen in Aussicht. Geplant sind unter anderem Dienststellenversammlungen.
Offene Stellen bei städtischen Kindergärten steigen weiter
Die Zahl der offenen Dienstposten bei Elementarpädagoginnen und -pädagogen in städtischen Kindergärten hat sich zuletzt erhöht. Im Mai 2026 waren 645 Stellen unbesetzt, im Juni 2026 waren es bereits rund 840. Aktuell beschäftigt die Stadt Wien 3.360 Elementarpädagoginnen und -pädagogen sowie rund 4.180 Personen als Assistenzpersonal.
Die Magistratsabteilung 10 (MA 10), die für die städtischen Kindergärten zuständig ist, bestätigte, dass derzeit nicht ausreichend qualifizierte Assistentinnen und Assistenten anstelle von ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen eingesetzt werden. Karin Broukal leitet die MA 10. Bildungsstadträtin Bettina Emmerling von den NEOS ist politisch für den Bereich verantwortlich.
Auch bei privaten Trägern zeigt sich die Personalsituation angespannt. Die Wiener Kinderfreunde, der größte private Kindergartenbetreiber der Stadt, haben derzeit rund 200 pädagogische Stellen mit Personen besetzt, die keinen entsprechenden Ausbildungsabschluss vorweisen können.
Insgesamt stehen in Wien rund 88.000 Betreuungsplätze für Kinder zwischen null und sechs Jahren in öffentlichen und privaten Einrichtungen zur Verfügung. Rund 33.000 dieser Plätze entfallen auf städtische Kindergärten.
Die Gewerkschaft Younion fordert neben einer besseren Bezahlung auch mehr Ausbildungsangebote und einheitliche Rahmenbedingungen für Elementarpädagoginnen und -pädagogen. Der Bildungsminister hat für die kommenden Jahre drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die der Ausbildung in diesem Bereich zugutekommen sollen. Zusätzlich wurde vom Bund eine neue Förderung für Fortbildungen bereitgestellt.
Fachkräftemangel als strukturelle Herausforderung der Elementarpädagogik
Der Personalmangel in der Elementarpädagogik ist grundsätzlich ein Thema, das nicht nur Wien, sondern viele Regionen Österreichs betrifft. Die Ausbildung zur Kindergartenpädagogin oder zum Kindergartenpädagogen erfolgt in Österreich üblicherweise über Bildungsanstalten für Elementarpädagogik, die eine mehrjährige Ausbildung mit Matura umfassen, oder über berufsbegleitende Kollegs für Personen, die bereits eine andere Reifeprüfung abgelegt haben.
Grundsätzlich gilt in Kindergärten ein bestimmter Betreuungsschlüssel, der das Verhältnis zwischen der Anzahl der Kinder und dem eingesetzten Fachpersonal regelt. Fehlen ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen, kann dieser Schlüssel nur eingehalten werden, wenn vorübergehend Assistenzkräfte Aufgaben übernehmen, für die eigentlich eine pädagogische Ausbildung vorgesehen ist. In der öffentlichen Diskussion wird ein solcher Einsatz von Assistenzpersonal häufig als Notlösung beschrieben, die aus Sicht von Trägern und Gewerkschaften mittelfristig nicht mit einer vollständigen fachlichen Betreuung gleichzusetzen ist.
Die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung in Kindergärten werden in Österreich sowohl von Bund als auch von Ländern und Gemeinden mitgestaltet. Während der Bund unter anderem für Ausbildungsförderungen zuständig ist, obliegt die konkrete Personalplanung und Besoldung in städtischen Einrichtungen den jeweiligen Gemeinden beziehungsweise deren zuständigen Verwaltungseinheiten. Dadurch können sich Besoldungsstrukturen und Arbeitsbedingungen zwischen einzelnen Bundesländern oder sogar zwischen öffentlichen und privaten Trägern innerhalb einer Stadt unterscheiden.
Der Bedarf an qualifiziertem Personal in der Elementarpädagogik hängt zudem eng mit der Nachfrage nach Betreuungsplätzen zusammen. Mit dem Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten in den vergangenen Jahren ist parallel auch der Bedarf an ausgebildet







