20 Jahre Bruno: Wie der Problembär JJ1 Bayern und Tirol in Aufruhr versetzte
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20 Jahre nach dem Abschuss: Rückblick auf den Fall des Braunbären JJ1

Am 26. Juni 2006 wurde der Braunbär JJ1, den viele „Bruno“ nannten, kurz vor 5.00 Uhr früh auf der Kümpflalm in Bayern erschossen. Der Vorfall jährt sich in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal.

JJ1 war am 14. Mai 2006 erstmals in Tirol aufgetaucht, als er durch die Wälder im Paznauntal streifte. In den folgenden Wochen wanderte er weiter ins Lechtal, wurde im Bezirk Kufstein, im Rofangebirge und am Achensee gesichtet und wechselte zwischen Ende Mai und Ende Juni mehrmals zwischen Bayern und Tirol.

Einstufung als „Problembär“ und Entscheidung zum Abschuss

Die bayerische Regierung stufte JJ1 als „Problembär“ ein. Nach Angaben des Bayerischen Umweltministeriums riss der Bär insgesamt 31 Schafe und brach in Bienenstöcke sowie in Hühner-, Kaninchen- und Schafställe ein. Eine erste Abschussfreigabe wurde nach Kritik zurückgezogen. Am 24. Juni 2006 präsentierte der Tiroler Umweltlandesrat Anton Steixner (ÖVP) gemeinsam mit bayerischen Kollegen und dem WWF den Entschluss, JJ1 zu erlegen. Auch Landeshauptmann Herwig van Staa (ÖVP) hatte den Abschuss gefordert. Ein WWF-Gutachten hatte zuvor empfohlen, den Bären durch Fang oder Tötung zu entfernen.

Landesjägermeister Paul Steixner, der Bruder von Anton Steixner, hatte das Gefahrenpotenzial von JJ1 hingegen als gering eingestuft. Zuvor waren aufwendige Fangversuche gescheitert: Der WWF finanzierte eine spezielle nordamerikanische Bärenfalle, und ein finnisches Bärenjäger-Team mit Elchhunden wurde beauftragt, JJ1 zu fangen. Die Hunde kamen mit der ungewohnten Hitze in den Tiroler Bergen nicht zurecht. Die Fangversuche kosteten viele zehntausend Euro.

Abschuss einen Tag früher als vereinbart

Der Abschuss in Tirol war ab dem darauffolgenden Montag beschlossen worden. Ein Team bayerischer Jäger erschoss JJ1 jedoch einen Tag früher als ursprünglich abgemacht. Wer genau den Abzug drückte, wird bis heute unter Verschluss gehalten. Nach Bekanntwerden des Abschusses gingen hunderte entrüstete E-Mails beim bayerischen Landesjagdverband ein, darunter Beschimpfungen und Morddrohungen. JJ1 ist heute als Tierpräparat in einem Schaukasten des Museums „Mensch und Natur“ in Bayern zu sehen.

Familie und Nachkommen

JJ1s Mutter Jurka, die ebenfalls in Ställe und Bienenstöcke eingebrochen war, lebt in einem Gehege in Deutschland. Sein Bruder JJ3 wurde nach Plünderungen erlegt. Seine Schwester JJ4, auch „Gaia“ genannt, wurde in einen Bärenpark im Schwarzwald übersiedelt.

Bären in Tirol heute

Zuletzt wurden Bären in Pfunds, Tösens und Ried im Bezirk Landeck nachgewiesen. Derzeit beobachten 70 Wildkameras das Waldgebiet im Oberinntal. Das Land Tirol veröffentlicht Nachweise von durchziehenden Bären auf einer Internetseite und in einem Jahresbericht. Laut Land Tirol werden Bären in Tirol selten gesichtet; exakte Zahlen zu einzelnen Tieren liegen demnach nicht vor.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.