Rund 60 Prozent der Bevölkerung bewegen sich weniger, als es die österreichischen Bewegungsempfehlungen vorsehen. Das sagt Dietmar Wallner, Sport- und Trainingswissenschafter an der FH Joanneum. Mediziner warnen vor den gesundheitlichen Folgen von Bewegungsmangel und betonen zugleich, dass es nie zu spät sei, mit gezieltem Training zu beginnen.
Bewegungsmangel bei einem Großteil der Bevölkerung
Laut Wallner bewegt sich der Großteil der Menschen zu wenig, gemessen an den geltenden österreichischen Empfehlungen. Die Grazer Allgemeinmedizinerin Kristina Hütter-Klepp verweist auf die weitreichenden Auswirkungen von Bewegung auf den Körper. Sie wirke sich auf das Herz-Kreislaufsystem, das Immunsystem, die Stoffwechselorgane, die Knochen sowie die psychische Gesundheit aus.
Besonders deutlich zeigt sich der Effekt von Bewegungsmangel laut Hütter-Klepp beim Sitzen. Wer acht bis zehn Stunden am Tag sitze, erhöhe damit die Gesamtsterblichkeit massiv. Dies unterstreicht die Bedeutung regelmäßiger Bewegung im Alltag über gezieltes Training hinaus.
Muskelabbau beginnt früh, Training ist in jedem Alter möglich
Wallner weist darauf hin, dass der Abbau von Muskelmasse bereits ab einem Alter von 30 Jahren einsetzt. Dieser Prozess verläuft schleichend, betrifft aber grundsätzlich jeden Menschen. Hütter-Klepp betont dazu, dass ein Beginn mit Muskelaufbau auch im höheren Lebensalter noch sinnvoll und möglich sei. Selbst mit 70 oder 75 Jahren könne man demnach noch mit entsprechendem Training starten.
Für Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen empfiehlt Hütter-Klepp ein angeleitetes Training. Das betrifft etwa Personen mit Stoffwechselerkrankungen oder Krebserkrankungen. Als geeignete Anleiter nennt sie Sportwissenschafter oder Physiotherapeuten. Für Menschen, die neu mit Sport beginnen möchten, empfiehlt sie zudem den Hausarzt oder die Hausärztin als ersten Ansprechpartner.
Im Zusammenhang mit dem Thema Fitness wird auch Uwe Manninger genannt, der das Fitnessstudio Injoy Fitness betreibt.
Warum Muskelmasse mit dem Alter abnimmt
Der altersbedingte Abbau von Muskelmasse, in der Fachsprache als Sarkopenie bezeichnet, gilt als natürlicher biologischer Prozess. Grundsätzlich verringert sich ab dem mittleren Erwachsenenalter sowohl die Anzahl als auch die Größe der Muskelfasern, sofern keine gezielte Gegenmaßnahme erfolgt. Dieser Abbau beschleunigt sich in der Regel mit fortschreitendem Alter zusätzlich.
Bewegungsmangel und mangelnde Krafttraining begünstigen diesen Prozess üblicherweise, während regelmäßige körperliche Aktivität ihn verzögern oder teilweise umkehren kann. Krafttraining setzt dabei Reize, die den Körper zum Aufbau oder zumindest zum Erhalt von Muskelmasse anregen. Dieser Effekt tritt grundsätzlich unabhängig vom Lebensalter ein, wenn auch der Trainingsaufbau bei älteren Menschen häufig behutsamer und angeleitet erfolgen sollte.
Ausreichende Muskelmasse spielt im Alter eine wichtige Rolle für Mobilität, Gleichgewicht und Sturzprävention. Ein stabiler Bewegungsapparat trägt dazu bei, alltägliche Verrichtungen länger selbstständig ausführen zu können. Aus diesem Grund gilt Krafttraining in der Prävention nicht nur als Mittel zum Muskelaufbau, sondern auch als Beitrag zur allgemeinen Selbstständigkeit im Alter.
Bedeutung von Bewegungsempfehlungen im Alltag
Bewegungsempfehlungen orientieren sich üblicherweise an einem Mindestmaß an körperlicher Aktivität pro Woche, das sowohl ausdauerorientierte Bewegung als auch Krafttraining umfasst. Diese Empfehlungen sollen einen Ausgleich zu den sitzenden Tätigkeiten schaffen, die im Alltag vieler Menschen einen großen Teil der Zeit einnehmen. Bereits kurze, aber regelmäßige Bewegungseinheiten können nach allgemeinem medizinischem Verständnis dazu beitragen, die negativen Effekte langer Sitzphasen abzumildern.
Für Menschen mit Vorerkrankungen ist es grundsätzlich sinnvoll, vor Beginn eines Trainingsprogramms ärztlichen Rat einzuholen und gegebenenfalls ein angeleitetes Training in Anspruch zu nehmen. So lässt sich das Training an individuelle






