75 Jahre Wiener Festwochen: Jubiläumsfestival 2026 lockt mit Premierenspektakel und Starbesetzung
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Wiener Festwochen 2026 starten mit Jubiläumsprogramm

Am 15. Mai 2026 beginnt das Programm der Wiener Festwochen. Das Festival markiert heuer sein 75-jähriges Bestehen und läuft bis zum 21. Juni.

Intendant Milo Rau verantwortet die Festwochen bereits zum dritten Mal. Insgesamt sind 35 Produktionen angekündigt, darunter 13 Uraufführungen.

Eröffnung, Motto und Festivalzentrum

Die offizielle Eröffnung ist für Freitag, den 22. Mai, auf dem Heldenplatz angesetzt und findet damit nicht wie üblich auf dem Rathausplatz statt. Sie wird live-zeitversetzt auf ORF2 übertragen. Bei der Eröffnung treten Patti Smith, der Schmusechor und die Festwochen-Band Gods Republik auf.

Das thematische Motto 2026 lautet „Republic of Gods“ und knüpft an die vorjährige „Republic of Love“ an. Eine Woche nach Programmstart, am Freitag nach Beginn, öffnet das Festivalzentrum auf dem Badeschiff am Donaukanal unter dem Titel „Haus der Republik“. Dort sind Debatten, Performances, Konzerte, Partys, Workshops sowie ein Kinder- und Jugendprogramm vorgesehen.

Theater, Performances und Uraufführungen

Zum Auftakt im MuseumsQuartier präsentiert Milo Rau in der Halle E die Premiere von „Das beste Stück aller Zeiten“. Die Inszenierung thematisiert Festwochen-Fans und -Kritiker sowie Szenen aus 75 Jahren Festivalgeschichte. Am 16. Mai inszeniert der schwedische Regisseur Matthias Andersson im Volkstheater das Stück „Mythen des Alltags“.

Das Wiener Kollektiv Nesterval entwickelt eine zweiteilige immersive Arbeit zu den Nibelungen-Erzählungen mit den Teilen „Wallden“ und „Donaugold“. „Wallden“ findet am Augartenspitz statt, „Donaugold“ im brut nordwest. Beide Teile feiern am 17. Mai Premiere. Ebenfalls am 17. Mai hält die Femen-Aktivistin Inna Shevchenko die performative Rede „State of Faith“.

Für den 23. Mai ist ein „Pfingstfestspiel“ von Florentina Holzinger angekündigt. Sie realisiert eine mehrstündige Performance in Wien und in Prinzendorf, in Kooperation mit der Nitsch Foundation. Die Veranstaltung ist als offizielle Satellitenveranstaltung zu ihrem Beitrag für die Kunstbiennale in Venedig angekündigt, bei der Holzinger 2026 den österreichischen Pavillon bespielt.

Musikprogramm und Patti Smith

Patti Smith ist mehrfach im Rahmen der Festwochen präsent: Am 19. Mai ist sie im Theater Akzent zu Gast, am 21. Mai gibt sie ein Konzert und am 22. Mai wirkt sie an der offiziellen Eröffnung am Heldenplatz mit.

Religion, Glaube und politische Reflexion

Im Odeon ist von 29. bis 31. Mai „Das Glaubenstribunal“ angesetzt. Das Format folgt auf „Wiener Prozesse“ und „Wiener Kongresse“ und widmet sich der Rolle von Religionen, Göttern, Göttinnen und Kultobjekten im globalen Kapitalismus. Es sollen Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler, religiöse Würdentragende und gläubige Menschen auftreten.

Bereits am 13. Mai hielt Anne Applebaum die „Rede an Europa“. Damit setzt das Festival auch 2026 inhaltliche Akzente mit politischer und gesellschaftlicher Ausrichtung.

Opern-, Theater- und Performance-Schwerpunkte

Ab 15. Juni erarbeitet Susanne Kennedy in der Halle E im MuseumsQuartier eine Neuinterpretation von Richard Wagners „Parsifal“. Beteiligt sind dabei das ORF Radio-Symphonieorchester und der Arnold Schoenberg Chor.

Romeo Castellucci zeigt am 6. und 7. Juni in der Halle G das Stück „Credere alle Maschere“, das sich mit „unser Gott-Spielen über den Tod“ befasst. Robert Wilson ist posthum mit seiner Inszenierung von Shakespeares „The Tempest“ im Burgtheater vertreten, die dort am 5. Juni Premiere hat.

Ausstellungen und Jubiläumsprojekte

Teil des Programms ist eine Schau über Christoph Schlingensief im MAK – Museum für angewandte Kunst, die seit dem 13. Mai geöffnet ist. Zum 75-Jahr-Jubiläum ist im MAK zudem eine Ausstellung der bisherigen Festwochen-Plakate geplant.

Darüber hinaus ist zum Jubiläum der Start eines neuen Onlinearchivs vorgesehen. Ergänzend dazu ist eine ORF-Dokumentation geplant, die sich dem 75-jährigen Bestehen der Wiener Festwochen widmen soll.