Abschlussarbeiten ersetzen Vorwissenschaftliche Arbeiten an Kärntner AHS
Bis Ende Juni präsentieren Kärntner AHS-Maturantinnen und Maturanten ihre abschließenden Arbeiten. Diese gelten als freiwilliger Nachfolger der bisherigen Vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA).
Die Änderung hin zu abschließenden Arbeiten wurde im Juni 2024 vom Bildungsministerium beschlossen. Im aktuellen Maturajahr können Maturantinnen und Maturanten erstmals frei entscheiden, ob sie eine solche Arbeit verfassen.
Mehrheit entscheidet sich für Abschlussarbeit
Nach Angaben der Bildungsdirektion haben sich fast zwei Drittel der Kärntner AHS-Maturantinnen und -Maturanten für eine abschließende Arbeit und gegen ein zusätzliches Maturafach entschieden. Insgesamt haben sich laut Darstellung die meisten Schülerinnen und Schüler dafür entschieden, eine abschließende Arbeit zu schreiben.
Schülerinnen und Schüler des Ingeborg-Bachmann-Gymnasiums in Klagenfurt nennen als einen Grund für die Entscheidung die Vorbereitung auf wissenschaftliche Arbeiten im Studium. Als weiterer Grund wird angeführt, dass ohne Abschlussarbeit eine zusätzliche mündliche oder schriftliche Maturaprüfung zu absolvieren wäre.
Forschender oder gestalterischer Schwerpunkt verpflichtend
Durch die neue Regelung müssen abschließende Arbeiten einen forschenden oder gestalterischen Teil enthalten. Reine Literaturarbeiten sind nicht mehr möglich.
In Kärnten haben sich 88 Prozent der Schülerinnen und Schüler für eine Abschlussarbeit mit Forschungsteil entschieden. Etwa jede zehnte Schülerin oder jeder zehnte Schüler hat ein Projekt wie einen Podcast, einen Film oder ein Trainingsprogramm als Abschlussarbeit umgesetzt.
Umgang mit künstlicher Intelligenz
Ziel der praktischen beziehungsweise forschenden Ausgestaltung der Arbeiten ist es, sicherzustellen, dass die Arbeiten nicht von einer künstlichen Intelligenz verfasst werden. Lehrende stützen sich bei der Überprüfung der Abschlussarbeiten auf Plagiatsscans und ihr persönliches Urteil.
Die ABA-Betreuerin Sarah Ebersberger berichtet, sie hätte bei vier abschließenden Arbeiten nicht bemerkt, dass dort mit künstlicher Intelligenz gearbeitet wurde. Sie hält es nach eigenen Angaben für sehr schwierig, den Einsatz von künstlicher Intelligenz als Lehrkraft zu beweisen oder nachzuweisen.
Im Problemfall zeigt sich laut Darstellung spätestens bei der Präsentation, wie intensiv sich Schülerinnen und Schüler mit ihrem Thema beschäftigt haben.








