Brennerkorridor im Fokus: CIPRA drängt auf nachhaltige Verkehrssenkung und alpenweite Kooperation
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CIPRA fordert wirksame Reduktion des Verkehrs am Brennerkorridor

Die Alpenschutzkommission CIPRA wertet die Blockade der Autobahn wenige Tage vor einer geplanten Brenner-Demonstration gegen die Verkehrsbelastung als deutliches Signal, dass die Grenzen des Erträglichen erreicht seien. Die Organisation verlangt eine wirksame Reduktion des Verkehrs am Brenner.

In einer am Dienstag veröffentlichten Aussendung formulierte CIPRA zentrale Forderungen zur künftigen Entwicklung des alpenquerenden Verkehrs. Im Mittelpunkt stehen eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und eine bessere Abstimmung zwischen den Alpenstaaten.

Kritik an Verkehrspolitik und Hinweis auf Belastungsgrenzen

Stephan Tischler, Verkehrswissenschaftler an der Universität Innsbruck und Präsident von CIPRA Österreich, erklärte, jahrzehntelange Prämisse der Verkehrspolitik am Brennerkorridor sei es gewesen, den zunehmenden Straßenverkehr durch Aus- und Neubauten flüssig zu halten. Diese Prämisse manifestiere sich aus seiner Sicht in einem weiter ansteigenden Verkehrsaufkommen sowie in einer steigenden Belastung für Mensch und Umwelt, trotz gegenteiliger politischer Bekenntnisse.

Die Südtiroler CIPRA-Vertreterin Elisabeth Ladinser erklärte, auf italienischer Seite sei die Belastungsgrenze erreicht. Sie forderte, die Politik auf beiden Seiten müsse geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Verkehrsflut ergreifen und damit zeigen, dass sie die Forderungen der Bevölkerung und deren Sorgen ernst nehme.

Verlagerung auf die Schiene und internationale Abstimmung

Zu den zentralen Forderungen von CIPRA gehört eine konsequente Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, um Emissionen zu reduzieren und die Belastung der alpinen Regionen zu verringern. Neben einer allgemeinen Verkehrsreduktion hält die Organisation eine bessere Abstimmung und faire Verteilung der Verkehrsströme zwischen den Alpenstaaten für entscheidend.

CIPRA argumentiert, nur so könne verhindert werden, dass Lkw- und Autoverkehr sowie die damit verbundenen Probleme von einem Land zum nächsten verschoben werden. Die aktuellen Entwicklungen zeigten nach Einschätzung der Organisation, dass punktuelle Maßnahmen nicht ausreichen.

Sorge vor Dominoeffekt und Forderung nach Transformation

CIPRA International warnte im Zusammenhang mit der Klage Italiens vor dem Europäischen Gerichtshof gegen österreichische Maßnahmen zur Lenkung des Transitverkehrs vor einem möglichen Dominoeffekt. Es bestehe die Befürchtung, dass Schutzmaßnahmen für Menschen und Umwelt entlang anderer Alpentransitrouten aufgehoben oder künftig nicht mehr erlassen werden könnten, falls der Gerichtshof der Klage stattgibt.

Geschäftsführer von CIPRA International ist Jakob Dietachmair. Er verwies darauf, dass alle acht Alpenstaaten vor vier Jahren mit der sogenannten „Simplon Allianz“ einen gemeinsamen Aktionsplan zur Verlagerung und Dekarbonisierung des alpinen Verkehrs beschlossen haben. Auf die Umsetzung dieses Aktionsplans warte man bis heute.

Die Alpenschutzkommission CIPRA fordert eine umfassende Transformation des alpenquerenden Verkehrs. Diese solle ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigen. Aus Sicht der Organisation sind dafür klare politische Rahmenbedingungen, eine Bevorzugung umweltfreundlicher Verkehrsträger und eine enge Zusammenarbeit auf europäischer Ebene notwendig.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.