Im Wiener Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld sind im Teil „An der Schanze“ die ersten 144 Wohnungen eines Genossenschaftsbaus der Sozialbau AG fertiggestellt worden. Einige der Wohnungen wurden speziell für Alleinerziehende und Senioren konzipiert. Insgesamt stehen „An der Schanze“ derzeit 1.400 Wohnungen vor der Fertigstellung.
Erste Wohnungen im neuen Grätzl bezugsfertig
Der Teil „An der Schanze“ liegt im Südosten des Donaufelds. Der nun fertiggestellte Genossenschaftsbau der Sozialbau AG umfasst 144 Wohnungen, darunter Einheiten, die gezielt auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden und Senioren zugeschnitten sind. Das Projekt sieht dazu eigene Wohnmodelle für Alleinerziehende sowie für Familien mit getrennten Elternteilen vor. Die Raumkonzepte verbinden private Wohnbereiche mit gemeinschaftlich nutzbaren Flächen.
Zusätzlich zu den Wohnungen entstehen im Areal ein Kindergarten, ein Wohnheim für Studentinnen und Studenten sowie mehrere Grätzl-Cafés. Das Projekt „An der Schanze“ gilt als erster Schritt für die Entwicklung des gesamten Stadtentwicklungsgebiets Donaufeld. Die Fertigstellung verzögerte sich, nachdem es Bürgerproteste gegen das Vorhaben gegeben hatte.
Langer Weg von der ersten Planung bis zur Umsetzung
Die Geschichte des Donaufelds als Stadtentwicklungsgebiet reicht weit zurück. Erste Planungen dafür gab es bereits in den 1990er Jahren. Im Jahr 2005 wurde das Areal im Stadtentwicklungsplan erstmals offiziell als Zielgebiet ausgewiesen. Der zentrale Bereich des Donaufelds soll künftig die Bezirkszentren Floridsdorf und Kagran miteinander verbinden. Die Stadt Wien plant, auf dem gesamten Areal insgesamt 6.000 Wohnungen zu errichten.
Gegen die Verbauung des Donaufelds formiert sich seit Jahren eine Bürgerinitiative. Diese geht auch auf rechtlichem Weg gegen das Bauvorhaben vor und hat dazu ein Naturschutzverfahren angestoßen.
Stadtentwicklung zwischen Wohnbedarf und Freiflächenschutz
Grundsätzlich stehen große Stadtentwicklungsgebiete am Rand bestehender Siedlungsgebiete häufig im Spannungsfeld zwischen dem Bedarf an neuem Wohnraum und dem Erhalt unbebauter Flächen. Solche Areale werden in der Regel über viele Jahre hinweg in Etappen entwickelt, wobei einzelne Bauabschnitte oft parallel zu Diskussionen über Verkehrsanbindung, soziale Infrastruktur und Grünraumerhalt umgesetzt werden. Bürgerinitiativen greifen in derartigen Verfahren üblicherweise auf unterschiedliche Instrumente zurück, etwa auf Stellungnahmen im Rahmen von Widmungsverfahren oder auf naturschutzrechtliche Einsprüche, um geplante Bauvorhaben zu verzögern oder inhaltlich zu verändern.
Bei der Planung neuer Stadtquartiere spielt zudem die soziale Durchmischung eine wachsende Rolle. Wohnmodelle, die gezielt auf Alleinerziehende, getrennt lebende Elternteile oder ältere Menschen zugeschnitten sind, sollen unterschiedlichen Lebensrealitäten Rechnung tragen. Ergänzend dazu werden in solchen Vierteln häufig Gemeinschaftsflächen geschaffen, die private Wohnbereiche um nutzbare Begegnungsräume erweitern. Einrichtungen wie Kindergärten, Studierendenwohnheime oder kleine Lokale im Grätzl-Format zählen ebenfalls zu den typischen Bausteinen, mit denen neu entstehende Stadtteile von Beginn an mit sozialer und alltagsnaher Infrastruktur ausgestattet werden sollen.





