Doppelmayr im Wandel: Von Wintersport zu Ganzjahreskonzepten und urbanen Seilbahnlösungen
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Doppelmayr setzt auf Ganzjahresangebote und urbane Seilbahnen

Die Doppelmayr/Garaventa-Gruppe mit Sitz in Wolfurt sieht einen deutlichen Wandel im Seilbahngeschäft. Neben klassischen Wintersportanlagen gewinnen Ganzjahresangebote und urbane Seilbahnen zunehmend an Bedeutung.

Geschäftsführer Thomas Pichler verweist darauf, dass traditionelle Wintersportregionen durch warme Winter und hohe Beschneiungskosten unter Druck stehen. Viele Betreiber von Seilbahnanlagen reagieren darauf, indem sie ihr Angebot ausweiten und sich breiter aufstellen.

Touristische Anlagen: Sommergeschäft im Aufschwung

Nach Angaben von Pichler gewinnen Ganzjahresangebote bei Seilbahnen an Gewicht. Viele Betreiber von Wintersportregionen erweitern ihr Angebot auf den Sommerbetrieb und entwickeln Programme für Mountainbiker, Familien und Ausflugsgäste. Diese Angebote sollen zusätzliche Einnahmen bringen.

Laut Pichler gibt es bereits zahlreiche Gebiete, deren Sommerumsätze nahezu an die Winterumsätze heranreichen. Ein großer Teil des Geschäfts von Doppelmayr kommt jedoch weiterhin aus Skigebieten. Der Wandel bei den Angeboten sei auch für Hersteller eine neue Herausforderung.

Doppelmayr hat nach Pichler verstärkt darauf gesetzt, Mountainbikes komfortabel mit Kabinen oder Sesselliften transportieren zu können. Für den Transport von Mountainbikes mit Seilbahnen wurden neue Fahrzeuge entwickelt.

Kostendruck und Automatisierung

Trotz erfolgreicher Sommerangebote bleibt der wirtschaftliche Druck auf Seilbahnbetreiber nach Einschätzung von Pichler hoch. Entsprechend würden Anlagen gesucht, die günstiger zu betreiben sind. Als Beispiel nennt er unbemannte Berg- und Talstationen.

Pichler zufolge kann mit Computertechnik und künstlicher Intelligenz ein Sicherheitsniveau erreicht werden, das dem Menschen überlegen ist. Solche Systeme würden nie müde, sehr zuverlässig arbeiten und könnten die Betriebskosten deutlich senken.

Urbaner Seilbahnmarkt wächst

Mit urbanen Seilbahnen ist für Doppelmayr ein zweites Geschäftsfeld gewachsen. Vor zehn Jahren spielte dieser Bereich laut Pichler kaum eine Rolle, inzwischen machen urbane Seilbahnen mehr als 20 Prozent des Umsatzes aus.

Vor allem in Südamerika sind urbane Seilbahnanlagen den Angaben zufolge längst Teil des Alltags. In Städten wie La Paz bringen sie Menschen zur Arbeit und Kinder zur Schule und verbinden schwer erreichbare Stadtteile. In den von urbanen Seilbahnen erschlossenen Stadtteilen habe sich laut Pichler auch die Sicherheit verbessert.

In Europa komme das Thema urbane Seilbahnen deutlich langsamer voran. Pichler führt dies auf einen Mix aus Politik und Gesellschaft mit langen Verfahren, vielen Beteiligten und Widerstand gegen einzelne Projekte zurück. Schon kleine Gegnergruppen könnten Vorhaben verzögern oder verhindern. Dennoch rechnet er mit weiteren Projekten in diesem Bereich.

Paris zählt nach Unternehmensangaben derzeit zu den wichtigsten europäischen Anlagen. Dort ist eine Stadtseilbahn der Firma Doppelmayr in Betrieb gegangen, mit einer rund 4,5 Kilometer langen Trasse in Verlängerung einer Metro-Linie und einem Projektvolumen von 110 Millionen Euro. Die Stadtseilbahn C1 ist die erste urbane Seilbahn im Großraum Paris, der Region Île-de-France, und führt über die Nationalstraße 406 sowie einen Verschubbahnhof.

Ausblick auf weitere Projekte

Aus Sicht von Pichler könnten weitere europäische Städte urbane Seilbahnprojekte umsetzen. Für Vorarlberg schließt er urbane Seilbahnen langfristig nicht aus. Wenn größere Ballungszentren entstehen und Anschlüsse an den öffentlichen Verkehr fehlen, könne eine urbane Seilbahnverbindung rasch geschaffen werden und große Vorteile bringen.

Pichler auch Honorarkonsul Italiens

Neben seiner Funktion als Geschäftsführer hat Thomas Pichler die Aufgabe eines Honorarkonsuls für Italien in Vorarlberg übernommen. Das Honorarkonsulat ist Anlaufstelle für rund 3.800 Italienerinnen und Italiener im Land.

Das Konsulat unterstützt unter anderem bei Dokumenten, Behördenfragen und bei Kontakten zwischen Unternehmen.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.