In Dornbirn setzt die Stadtverwaltung verstärkt auf begrünte Dächer, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Sowohl bei Neubauten als auch bei der Sanierung von Altbauten wird Dachbegrünung mittlerweile vermehrt umgesetzt. Ein Beispiel dafür liefert das Dach der CampusVäre, wo im Frühjahr rund 1.000 Quadratmeter neu angesät wurden.
Wie stark Hitze und Trockenheit solchen Flächen zusetzen können, zeigt sich derzeit genau dort: Auf dem Dach der CampusVäre spitzeln bislang nur einzelne Pflanzen aus dem Substrat heraus.
Neu angelegte Fläche kämpft mit Hitze und Trockenheit
Die im Frühjahr angesäte Dachfläche auf der CampusVäre in Dornbirn hat sich bislang nur spärlich entwickelt. Laut Einschätzung der Ökologin Karin Löning war es heuer zu heiß und zu trocken für die neu angelegte Begrünung. Manche einjährige Pflanzen sind vollständig eingegangen.
Dennoch gilt die Situation nicht als endgültig verloren: Wildpflanzen produzieren Saatgut, das im kommenden Jahr von selbst wieder austreiben kann. Auch Pflanzen mit Wurzelstöcken kommen erfahrungsgemäß erneut zurück. Als mögliche Maßnahme wird genannt, zusätzliches Substrat nachzulegen, damit die Pflanzen künftig besser wachsen können.
Andreas Dür, Gärtner der Stadt Dornbirn, ist an der Umsetzung und Pflege solcher Flächen beteiligt. Grundsätzlich gelten Dachbegrünungen als pflegeleicht: Einmal im Jahr wird die Vegetation zusammengenommen, Wildwuchs und Sträucher werden bei Bedarf entfernt. Ein regelmäßiges Gießen ist in der Regel nicht notwendig.
Ablauf und Voraussetzungen einer Dachbegrünung
Fast jedes Dach lässt sich grundsätzlich begrünen, unabhängig davon, ob es sich um ein Schräg- oder ein Flachdach handelt. Auch Dächer, die bereits mit Kies ausgelegt sind, eignen sich für eine nachträgliche Begrünung. Vor der Umsetzung sollten Dächer jedoch auf ihre Wasserdichtigkeit geprüft werden. Zudem muss die Statik das zusätzliche Gewicht der Begrünung tragen können.
Der eigentliche Aufbau folgt mehreren Schritten: Zunächst wird ein Vlies ausgelegt, anschließend Erde aufgetragen und verteilt. Die Dachränder werden mit Kies aufgefüllt, bevor die Aussaat erfolgt. Wer zusätzlich Lebensraum für Insekten schaffen möchte, kann Totholz oder Steine auf der Fläche platzieren.
In Dornbirn werden eigene Workshops angeboten, in denen interessierten Bürgerinnen und Bürgern gezeigt wird, wie sie ihr eigenes Dach begrünen können.
Klimafunktion begrünter Dächer
Grundsätzlich übernehmen begrünte Dächer mehrere Funktionen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Sie speichern Regenwasser und geben Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum wieder ab. Zudem heizen sich begrünte Oberflächen weniger stark auf als unbegrünte Dachflächen, etwa aus Blech oder Bitumen. In der Fachdiskussion wird dieser Effekt teils mit einer Absenkung der gefühlten Temperatur in der Umgebung um bis zu 13 Grad beschrieben.
Die Stadtplanerin Marion Müller ordnet Dachbegrünung als einen Baustein im Umgang mit steigenden Temperaturen in dicht bebauten Siedlungsgebieten ein. Gerade in Städten, wo viele versiegelte und wärmespeichernde Flächen aufeinandertreffen, gelten Grünflächen auf Dächern als eine Möglichkeit, der Aufheizung entgegenzuwirken.
Trotz dieser Vorteile ist der Anteil begrünter Dächer in Vorarlberg bislang gering. Nach vorliegenden Angaben sind nur etwa fünf bis sechs Prozent aller Dächer, die grundsätzlich für eine Begrünung geeignet wären, tatsächlich begrünt. Damit bleibt ein Großteil des vorhandenen Potenzials bislang ungenutzt.
Herausforderung Klimawandel für bestehende Grünflächen
Der Fall auf dem CampusVäre-Dach macht deutlich, dass auch bereits angelegte Dachbegrünungen nicht automatisch witterungsunabhängig funktionieren. Gerade in den ersten Jahren nach der Anlage einer solchen Fläche sind junge Pflanzen empfindlich gegenüber anhaltender Hitze und ausbleibendem Niederschlag. Erst mit der Zeit, wenn sich Wurzelstöcke etabliert haben und sich sogenannte Selbstaussaat einstellt, können solche Flächen widerst
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







