In mehreren Bezirken Salzburgs kämpfen Landwirte derzeit mit massiven Schäden durch Engerlinge, die Larven von Juni- und Gartenlaubkäfern. Die Tiere fressen die Wurzeln des Grases ab, wodurch ganze Wiesen absterben. Betroffen sind unter anderem Betriebe in St. Martin am Tennengebirge, wo Grünlandflächen teils komplett erneuert werden müssen.
Die Grasnarbe verliert durch die abgefressenen Wurzeln ihren Halt und lässt sich stellenweise wie ein Teppich vom Boden abziehen. In höheren Lagen erschwert das Gelände die Sanierung zusätzlich, da schwere Maschinen dort oft nicht eingesetzt werden können.
Betroffene Betriebe im Tennengebirge
Christina Weiß, Pürstinggutbäuerin in St. Martin am Tennengebirge, hielt die Schäden zunächst für eine Folge der Hitze. Wie auf ihrem und anderen Höfen in der Region inzwischen sichtbar wird, handelt es sich jedoch um die Auswirkungen des Engerlingbefalls. Landwirte müssen betroffene Flächen nachsäen und düngen. Bereits jetzt rechnen sie bei der Heuernte im kommenden Jahr mit Verlusten.
In den vergangenen Wochen wurden hektarweise quer durch die Bezirke Böden mit Umkehrfräse oder Rotoregge bearbeitet. Diese Bodenbearbeitung soll die Larven abtöten und zugleich ein Saatbeet für neues Gras schaffen. In St. Martin am Tennengebirge setzt der Maschinenring dafür auch Nachsaatgeräte ein, die neues Saatgut in die geschädigte Grasnarbe einbringen, ohne die gesamte Fläche umzubrechen. Lukas Drevensek, Agrarkundenbetreuer beim Maschinenring Pongau, berichtet, dass die Organisation derzeit täglich ausrückt, um betroffene Betriebe zu unterstützen.
Rupert Diegruber, Lerchenbauer in St. Martin am Tennengebirge, ist einer der Landwirte, die mit den Folgen des Befalls konfrontiert sind. In steilen Hanglagen stoßen die eingesetzten Maschinen an ihre Grenzen: Die geschwächte Grasnarbe kann wegbrechen, Maschinen drohen abzurutschen. Dort bleibt den Betrieben oft nur, zu düngen und von Hand nachzusäen. Zusätzlich verschärfen Krähen und Dachse die Schäden an der Grasnarbe, da sie auf der Suche nach den Engerlingen den Boden aufscharren.
Bekämpfungsmethoden und Förderbedingungen
Die Bezirksbauernkammer Pongau empfiehlt zur mechanischen Bekämpfung den Einsatz von Zinkenrotor, Rotortiller, Kreiselegge oder Kreiselgrubber. Voraussetzung dafür ist trockener Boden, da die Larven durch Schlag- und Quetschwirkung sowie durch UV-Strahlung geschädigt werden müssen, um wirksam abgetötet zu werden. Grundsätzlich hängt der Erfolg mechanischer Verfahren stark von den Bodenverhältnissen und dem richtigen Zeitpunkt der Bearbeitung ab.
Neben mechanischen Methoden stehen biologische Mittel auf Pilzbasis zur Verfügung, die zur Bekämpfung eingesetzt werden können. Für Österreich besteht zudem für ein Pflanzenschutzmittel eine Notfallzulassung, die vom 3. Juni bis zum 30. September 2026 gilt. Als weitere Möglichkeit können Fadenwürmer, sogenannte Nematoden, flüssig auf befallene Flächen ausgebracht werden. Diese Anwendung gilt jedoch als kostspielig.
Um künftigem Befall frühzeitig zu begegnen, rät die Bezirksbauernkammer Pongau dazu, den Käferflug im Frühjahr zwischen April und Juni zu beobachten. Auf diese Weise lassen sich Hinweise auf einen möglichen neuen Befall bereits vor dem Sichtbarwerden größerer Schäden erkennen.
In Salzburg gibt es eine Förderung für die Engerlingbekämpfung, die bis zu acht Monate nach der Umsetzung der Maßnahmen beantragt werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens ein Hektar Fläche behandelt wird. Für die Antragstellung sind Rechnungen und Zahlungsnachweise erforderlich. Landwirtschaftskammer und Maschinenring raten den Betrieben, geschädigte Flächen nach Möglichkeit noch in diesem Jahr zu behandeln.
Engerlinge als wiederkehrendes Problem im Grünland
Engerlinge zählen in vielen Regionen zu den bekannten Schädlingen im Dauergrünland. Grundsätzlich entwickeln sich die Larven über mehrere Jahre im Boden, bevor sie sich zu ausgewachsenen Käfern entwickeln und aus der Erde schlüpfen. In dieser Zeit ernähren sie sich von Pflanzenwurzeln, was sie insbesondere für Wiesen und
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







