An der Fachhochschule Joanneum stehen für die Pflegeausbildung jährlich 360 Studienplätze zur Verfügung. Für das kommende Wintersemester gingen dafür rund 420 gültige Bewerbungen ein. Die Ausbildung zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege wird an den Standorten Graz und Kapfenberg angeboten.
Deutlicher Ausbau der Studienplätze seit 2016
Die Zahl der Studienplätze hat sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich verändert. 2016 war die Ausbildung mit 36 Studienplätzen gestartet. Seither hat sich diese Zahl auf aktuell 360 verzehnfacht.
Die Mehrheit der Studierenden stammt aus der Steiermark. Ein Teil kommt aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland, etwa aus Indien. Der Anteil männlicher Studierender liegt derzeit bei ungefähr 19 Prozent. Zuvor hatte dieser Anteil bei nicht einmal ganz zehn Prozent gelegen.
Eva Mircic leitet das Institut für Pflegeausbildung an der FH Joanneum. Alexandra Fürst ist steirische Landesvorsitzende des Gesundheits- und Krankenpflegeverbands.
Für Absolventinnen und Absolventen der Pflegeassistenz- und Pflegefachassistenz besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, in das Bachelorstudium zu wechseln. Der Einstieg ist dabei im zweiten oder dritten Semester möglich.
Aufbau der Pflegeausbildung in Österreich
Die Pflegeausbildung in Österreich ist grundsätzlich mehrstufig aufgebaut. Neben der einjährigen Pflegeassistenz und der zweijährigen Pflegefachassistenz steht mit dem Bachelorstudium der Gesundheits- und Krankenpflege ein akademischer Abschluss zur Verfügung, der an Fachhochschulen absolviert wird. Diese gestufte Struktur soll grundsätzlich unterschiedliche Ausbildungswege ermöglichen und den Einstieg in die Pflege auf verschiedenen Qualifikationsniveaus erlauben.
Der Wechsel zwischen den einzelnen Ausbildungsstufen ist in der Praxis ein zentrales Element dieses Systems. Wer bereits eine Ausbildung in der Pflegeassistenz oder Pflegefachassistenz abgeschlossen hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen bereits erbrachte Inhalte anerkennen lassen und muss das Bachelorstudium nicht zwingend von Beginn an durchlaufen. Damit soll die Durchlässigkeit zwischen den Qualifikationsstufen erhöht werden, was insbesondere für Berufstätige mit einschlägiger Vorerfahrung von Bedeutung sein kann.
Die Ausbildung an Fachhochschulen orientiert sich an einem Curriculum, das theoretische Lehrveranstaltungen mit praktischen Einsätzen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen kombiniert. Üblicherweise umfasst ein solches Studium mehrere Semester mit wechselnden Schwerpunkten, etwa in den Bereichen Pflegewissenschaft, Medizin, Kommunikation und Management. Praktika in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens sind dabei fester Bestandteil der Ausbildung und sollen den Theorie-Praxis-Transfer sicherstellen.
Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Pflegebereich hängt allgemein mit der demografischen Entwicklung und dem damit verbundenen Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal zusammen. In vielen europäischen Ländern wird über Jahre hinweg über einen steigenden Bedarf an Pflegekräften diskutiert, der unter anderem mit einer alternden Bevölkerung und einem wachsenden Anteil chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Bildungseinrichtungen reagieren darauf in der Regel mit einem Ausbau von Ausbildungskapazitäten, um den Zugang zu entsprechenden Qualifikationen zu erleichtern.
Auch die Frage der Geschlechterverteilung ist in der Pflegeausbildung ein wiederkehrendes Thema. Der Pflegeberuf gilt traditionell als weiblich dominiert, wobei in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Ausbildungsformen verstärkt Bemühungen zu beobachten sind, auch männliche Interessenten für diesen Bereich zu gewinnen. Solche Entwicklungen werden häufig im Zusammenhang mit einer allgemeinen Diversifizierung von Berufsfeldern und einem veränderten gesellschaftlichen Rollenverständnis diskutiert.
Fachhochschulen nehmen im österreichischen Bildungssystem eine besondere Stellung ein, da sie praxisorientierte und zugleich akademische Ausbildungswege anbieten. Für Studiengänge im Gesundheitsbereich bedeutet dies in der Regel eine enge Anbindung an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und andere Institutionen







