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An der Fachhochschule Wiener Neustadt startet der neue Lehrgang „Cyber Crime Investigation“, der sich an Ermittler, Finanzexperten, Cyber-Abwehr-Kräfte des Bundesheeres, spezialisierte Staatsanwälte und Richterinnen richtet. Über zwei Semester setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit allen Facetten computerunterstützter Straftaten auseinander. Die Inhalte wurden in enger Abstimmung mit der Polizei entwickelt.
Ausbildung mit Praxisbezug zur Ermittlungsarbeit
Im Lehrgang sitzen Cybercrime-Ermittler und digitale Forensiker aus ganz Österreich gemeinsam in den Kursen. Vermittelt wird, wie Computersysteme geschützt werden können, wie Täter typischerweise vorgehen und wie digitale Spuren gesichert werden. Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung ist die Simulation realer Hackerangriffe, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Vorgehensweise von Angreifern und mögliche Abwehrmaßnahmen praktisch nachvollziehen.
Der Lehrgang steht ausdrücklich auch Quereinsteigern offen und richtet sich nicht nur an klassische IT-Fachkräfte. Nach erfolgreichem Abschluss dürfen sich die Absolventinnen und Absolventen „akademisch geprüfter Cybercrime-Experte“ nennen.
Ausgangspunkt: Angriff auf das Rathaus Tulln
Anlass für die verstärkte Auseinandersetzung mit dem Thema ist unter anderem ein Hackerangriff auf das Rathaus von Tulln im Februar 2025. Damals konnte das Bürgerservice der Stadt nicht mehr auf die eigenen Server zugreifen, sämtliche Daten im Rathaus waren verschlüsselt.
Cyberkriminalität als wachsendes Ermittlungsfeld
Grundsätzlich stellen Angriffe auf IT-Systeme von Behörden, Unternehmen oder Kommunen Ermittlungsbehörden vor besondere Herausforderungen. Anders als bei klassischen Straftaten befinden sich Beweise in solchen Fällen häufig ausschließlich in digitaler Form und können durch Verschlüsselung, Löschung oder Verschleierungstechniken schnell unzugänglich werden oder verloren gehen. Die Sicherung digitaler Spuren erfordert daher spezialisiertes technisches Wissen, das über klassische polizeiliche Ausbildungsinhalte hinausgeht.
Bei sogenannten Ransomware-Angriffen, wie sie auch im öffentlichen Sektor immer wieder vorkommen, verschlüsseln Täter üblicherweise Daten auf fremden Servern und fordern anschließend Lösegeld für deren Freigabe. Betroffene Institutionen stehen dabei regelmäßig vor der Frage, wie der laufende Betrieb aufrechterhalten werden kann, während IT-Systeme forensisch untersucht und wiederhergestellt werden. Für Ermittlungsbehörden ist in solchen Fällen entscheidend, digitale Beweismittel so zu sichern, dass sie auch gerichtlich verwertbar bleiben.
Die Bearbeitung derartiger Delikte erfordert üblicherweise eine enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Stellen. Neben klassischen Kriminalbeamten sind häufig IT-Forensiker, Finanzermittler und juristische Fachkräfte eingebunden, da Cyberkriminalität oft grenzüberschreitend organisiert ist und finanzielle Transaktionen über digitale Zahlungswege abgewickelt werden. Spezialisierte Aus- und Weiterbildungsangebote sollen dazu beitragen, dass die beteiligten Berufsgruppen ein gemeinsames technisches Verständnis entwickeln und bei Ermittlungen effizienter zusammenarbeiten können.
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Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








