Grazer Forscher entdecken Vitamin-E-Metabolite mit entzündungshemmender Doppelwirkung
Wissenschaftler der Universität Graz haben in der Gruppe der langkettigen Vitamin-E-Metabolite ein Molekül identifiziert, das sowohl entzündungshemmende als auch entzündungsauflösende Eigenschaften aufweist. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Acta Pharmaceutica Sinica B veröffentlicht.
Andreas Koeberle, Lipidforscher am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Graz und seit 2024 Leiter der Sektion Pharmakognosie, leitet das Forschungsprojekt. Sein Ziel ist die Entwicklung neuartiger Therapiestrategien durch die Erforschung pflanzlicher Wirkstoffe. An dem Projekt sind Wissenschaftler aus Graz, Innsbruck, Anger, Jena und Neapel beteiligt.
Molekül mit doppelter Wirkung
Das Forscherteam suchte gezielt nach Wirkstoffen, die chronische Entzündungen gleichzeitig unterdrücken und auflösen können. In der Gruppe der langkettigen Vitamin-E-Metabolite (LCM) wurde ein Molekül mit genau diesen Eigenschaften gefunden. In einem Mausmodell zeigte es eine Reduktion entzündlicher Immunzellen. Zusätzlich wurden in Studien mit menschlichen Immunzellen sowie in einem Mausmodell Effekte auf die Ferroptose nachgewiesen.
Bei den untersuchten Verbindungen handelt es sich um sogenannte Tocotrienol-Metabolite, die im menschlichen Körper gebildet werden können. Die Forschenden stellten zudem eine strukturelle Ähnlichkeit dieser Metabolite mit einem Inhaltsstoff der Bitterkola-Pflanze fest, die in der traditionellen afrikanischen Medizin bei entzündlichen Erkrankungen eingesetzt wird. Ob beide Verbindungen denselben Wirkmechanismus aufweisen, muss laut den Forschenden noch bestätigt werden.








