Hautkrebs-Vorsorge in Österreich wird risikobasiert statt jährlich für alle

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Neue bundesweite Empfehlung zur Hautkrebs-Vorsorge: Kontrolle künftig risikobasiert

In Österreich gibt es erstmals eine einheitliche Empfehlung zur Hautkrebs-Vorsorge. Zuvor bestanden dazu keine bundesweit abgestimmten Vorgaben, wie Van Anh Nguyen, Leiterin des Hautkrebszentrums an der Innsbrucker Klinik, erläutert.

Bislang wurde generell empfohlen, ab dem 18. Lebensjahr einmal jährlich die Haut untersuchen zu lassen. Die WHO rät laut Nguyen von dieser pauschalen jährlichen Kontrolle ab, da sich dadurch die Sterblichkeit nicht senken ließ.

Neue Empfehlung setzt auf Risikoeinstufung

Experten aus allen Bundesländern haben sich zusammengeschlossen und vor Kurzem eine gemeinsame Empfehlung veröffentlicht. Demnach soll ab dem 18. Lebensjahr einmalig geprüft werden, ob eine Person zu den Risikopatienten zählt. Wird jemand als Risikopatient eingestuft, sind regelmäßige Kontrollen vorgesehen. Bei fehlendem Risiko sind laut der neuen Empfehlung keine regelmäßigen Untersuchungen erforderlich. Ab dem 50. beziehungsweise 60. Lebensjahr steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, grundsätzlich an.

Als Risikopatienten gelten unter anderem Menschen mit Hauttyp 1, also heller Haut, Sommersprossen und blauen Augen, die leicht einen Sonnenbrand entwickeln. Auch Personen mit mehr als 60 Muttermalen oder mindestens vier ungewöhnlichen Muttermalen zählen dazu, ebenso Menschen, in deren Familie bereits Melanome aufgetreten sind, Personen mit weißem Hautkrebs sowie immunsupprimierte Menschen, etwa nach einer Transplantation.

Melanome entstehen oft neu

Nach Angaben von Nguyen entwickeln sich zwei Drittel der Melanome neu und nicht aus bereits bestehenden Muttermalen. Am Hautkrebszentrum der Universitätsklinik Innsbruck werden jährlich rund 200 Melanom-Patientinnen und -Patienten behandelt. In Tirol besteht aufgrund der Höhenlage und der Lebensweise ein erhöhtes Risiko für Hautkrebserkrankungen. Der Statistik zufolge sterben in Tirol jährlich 50 Menschen an Hautkrebs.

Selbstuntersuchung und Telemedizin als Ergänzung

Nguyen plädiert für regelmäßige Selbstuntersuchungen sowie gegenseitige Kontrollen unter Partnern. Neu auftretende Hautveränderungen sollten grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. Als Beispiel für erfolgreiche Präventionsarbeit nennt Nguyen Australien, wo Kinder schon früh den Umgang mit Sonne lernen und die Sterblichkeit durch entsprechende Maßnahmen gesenkt werden konnte.

Zudem hält die Telemedizin zunehmend Einzug in die Dermatologie: Patientinnen und Patienten können ihre Haut beim Hausarzt untersuchen lassen, während Fachärztinnen und Fachärzte die entstandenen Bilder anschließend auswerten.