Hitzestress bei Milchkühen: Hohe Temperaturen belasten Tiere und Milchproduktion
Steigen die Temperaturen über 20 Grad Celsius, geraten Milchkühe unter Stress. Ihr Organismus ist nur begrenzt in der Lage, Körperwärme selbst zu regulieren – mit spürbaren Folgen für Gesundheit und Milchleistung.
Wohlbefinden und Hitzegrenzen
Kühe fühlen sich zwischen minus fünf und plus 15 Grad Celsius am wohlsten. Ab 20 Grad Celsius besteht das Risiko für Hitzestress, sofern keine Kühlung vorhanden ist. Bei Hitzestress steigt die Körpertemperatur der Tiere auf über 39 Grad. Zu den Anzeichen zählen beschleunigte Atmung, Wiederkauen im Stehen sowie das Aufsuchen schattiger Plätze.
Klein- und Großtierärztin Claudia Frei-Freuis zufolge verändert sich bei Hitzestress auch das Brunst- und Essverhalten der Kühe. Fressen die Tiere weniger, sinkt die Milchproduktion. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf: Normalerweise trinkt eine Kuh täglich zwischen 120 und 170 Liter Wasser; bei extremer Hitze ist der Bedarf höher.
Messbare Einbußen bei der Milchleistung
Die Auswirkungen auf die Milchmenge sind erheblich. Bei 24 Grad Celsius kann die Milchleistung um bis zu sechs Prozent sinken. An einem Hitzetag mit über 35 Grad Celsius sind Rückgänge von bis zu 55 Prozent möglich.
Neuer Stall mit Belüftungssystem im Hohenemser Ried
Im Hohenemser Ried in Vorarlberg hat der Familienhof Klocker einen neuen Kuhstall errichtet, der Platz für 35 Kühe bietet. Der Stall ist mit einer offenen Seitenwand und vier großen Ventilatoren ausgestattet, um die Tiere an heißen Tagen zu kühlen. Laura Rhomberg arbeitet auf dem Betrieb.







