Wiener Fernkälte-Netz verzeichnet in Hitzewelle deutlich erhöhte Nachfrage
Die aktuelle Hitzewelle in Wien lässt die Nachfrage nach Fernkälte stark ansteigen. Im Vergleich zu einem normalen Sommertag steigt der Bedarf laut Wien Energie um 60 Prozent. Den Spitzenbedarf verzeichnet das Netz täglich zwischen 11 und 16 Uhr.
Das Wiener Fernkälte-Netz ist 33 Kilometer lang und versorgt derzeit 220 Nutzer. Zu den Abnehmern zählen vorrangig Großverbraucher wie das AKH, das Rathaus Wien und die Universität Wien. Das Netz umfasst acht Kältezentralen mit Netzanschluss sowie 17 dezentrale Anlagen.
Erstmals großer Eisspeicher im Einsatz
Zur Abdeckung von Bedarfsspitzen setzt Wien Energie in diesem Jahr erstmals einen sogenannten großen Eiswürfel ein. Dabei handelt es sich um einen zehn Meter langen Container, der mit Wasser gefüllt ist. In Zeiten geringen Verbrauchs gefriert das Wasser durch Kühlmaschinen zu einem Eisblock. In den Mittagsstunden wird das Eis wieder aufgetaut und die dabei entstehende Kälte fließt ins Leitungsnetz ein.
Fernkälte wird nicht nur im Sommer benötigt: Spitäler, Großküchen und Rechenzentren müssen ganzjährig gekühlt werden. Auch der Theatersaal im Ronacher wird bei vollem Haus selbst in der Übergangszeit mit Fernkälte versorgt. Ein technischer Vorteil des Systems liegt darin, dass es keine Wärme nach außen abgibt.
Ausbau geplant, CO2-Einsparungen angegeben
Wien Energie plant in den kommenden Jahren Investitionen von rund 100 Millionen Euro in den Ausbau des Fernkälte-Netzes. Das Unternehmen gibt an, mit dem System gegenüber konventionellen Klimaanlagen rund 50 Prozent der CO2-Emissionen einsparen zu können.
Zum Vergleich: Das Wiener Fernwärmenetz ist mit 1.370 Kilometern deutlich weitreichender und versorgt rund 480.000 Haushalte in der Stadt.








