Hoher Zeitdruck und Burnout-Gefahr: Vorarlbergs Spitalmitarbeiter am Limit

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Umfrage in Vorarlberger Landeskrankenhäusern: Hoher Zeitdruck und Burnout-Risiko bei Mitarbeitenden

Die Arbeiterkammer Vorarlberg hat zum vierten Mal seit 2014 die Bediensteten der Landeskrankenhäuser befragt. Im Februar 2026 wurden mithilfe der Krankenhausbetriebsgesellschaft 4.067 Fragebögen verschickt, von denen 41,2 Prozent zurückkamen. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Belastung der Belegschaft.

Arbeitsbedingungen und Belastung

68,3 Prozent der Befragten gaben an, zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigen zu müssen. 61 Prozent berichten von Zeitdruck. Bei der Frage, ob sich die Arbeitsbedingungen verbessert haben, stimmten nur 13 Prozent zu – mehr als die Hälfte antwortete mit „wenig oder gar nicht“.

37,2 Prozent der Befragten fühlen sich einmal wöchentlich bis täglich am Ende des Arbeitstages verbraucht. 14 Prozent gaben an, sich mindestens einmal pro Woche emotional leer zu fühlen. Arbeitswissenschaftler Heinrich Geissler ordnet diese Gruppe als mit Burnout-Risiko arbeitend ein. Darunter befinden sich laut Geissler viele Fachärztinnen und Fachärzte, insbesondere jene mit mehr als 20 Überstunden im Monat.

Private Pflegeverpflichtungen erstmals erhoben

Erstmals wurde in dieser Befragungsrunde auch nach privaten Pflege- und Betreuungspflichten gefragt. 27,1 Prozent der Belegschaft übernehmen zuhause Pflege- oder Betreuungsaufgaben. Von diesen arbeiten 38,1 Prozent in Teilzeit, während 17,4 Prozent diese Aufgaben neben einer Vollzeitbeschäftigung bewältigen. Geissler bezeichnete den Anteil pflegender oder betreuender Angehöriger bei Fachärztinnen und Fachärzten als überdurchschnittlich hoch.

47,9 Prozent der Befragten wünschen sich eine andere Dienstplangestaltung, hauptsächlich aufgrund von Betreuungspflichten. Mehr als die Hälfte gab an, sich für ihre Leistungen und Anstrengungen nicht ausreichend anerkannt zu fühlen. Fast jeder Fünfte denkt ans Aufhören, und zwölf Prozent können sich nicht vorstellen, den Beruf nochmals zu ergreifen.

Personalbedarf und Bleibeperspektiven

Für die Landeskrankenhäuser werden in den nächsten fünf Jahren 200 neue Mitarbeitende benötigt. Bis 2036 steigt dieser Bedarf auf 600 – wobei diese Zahl mögliche Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen noch nicht einschließt.

Bei den Fachärztinnen und Fachärzten planen 29,5 Prozent, bis zur Pensionierung am Landeskrankenhaus zu bleiben. 48,6 Prozent wollen zumindest für die kommenden Jahre bleiben. 21,9 Prozent hingegen planen, das Spital zugunsten einer eigenen Praxis zu verlassen. Lediglich 6,6 Prozent der Teilzeitkräfte gaben an, gerne mehr arbeiten zu wollen.