Europäischer Schneiderkongress in Graz: Steirisches Maßhandwerk im Aufwind
In Graz findet derzeit ein europäischer Schneiderkongress statt, bei dem bis Sonntag Themen der Schneiderbranche im Mittelpunkt stehen. Im Fokus stehen dabei unter anderem Entwicklungen im steirischen Maßhandwerk und künftige EU-Vorgaben für die Textilindustrie.
Nach Angaben der steirischen Wirtschaftskammer hat sich die Zahl der Maßschneidereien in der Steiermark seit 2005 von 168 auf 232 erhöht. Das entspricht einem Plus von rund 38 Prozent.
Berichtet wird, dass die Zahl der Maßschneiderinnen und -schneider steigt. Zudem werden im Bereich der Damenbekleidung immer mehr Meisterprüfungen abgelegt. Anneliese Ringhofer, Landesinnungsmeisterin der Mode und Bekleidungstechnik, äußert sich in diesem Zusammenhang zur Nachfrage nach individueller und nachhaltiger Kleidung, insbesondere bei jungen Menschen.
Digitaler Produktpass als Branchenthema
Ein weiteres Thema ist der digitale Produktpass der Europäischen Union, der ab 2028 auch für die Textilindustrie gelten soll. Schneiderinnen und Schneider müssten damit die Herkunft und Zusammensetzung der verwendeten Materialien in jedem einzelnen Kleidungsstück kennzeichnen.
Anneliese Ringhofer äußert Zweifel, wie kleine und mittlere Unternehmen, die Einzelstücke herstellen, diese Anforderungen praktisch umsetzen sollen. Branchenvertreter fordern in diesem Zusammenhang von der EU weniger Bürokratie und argumentieren, lokale Schneidereien würden ressourcenschonender und nachhaltiger arbeiten als die Modeindustrie.







