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In Wien beginnt am 30. September 2026 ein internationaler Hautärztekongress, bei dem die Immuntherapie im Mittelpunkt steht. Wie der Wiener Mediziner Christian Posch erläutert, konnte durch diese Behandlungsform die Überlebensrate der Hälfte aller Menschen mit einem Melanom im Stadium IV um zehn Jahre und mehr verlängert werden. Posch ist Vorstand der Dermatologischen Abteilungen der Kliniken Hietzing und Ottakring.
Neue Impfstoffe gegen Rückfälle bei schwarzem Hautkrebs
Neben der Immuntherapie wird auf dem Kongress auch die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen gegen schwarzen Hautkrebs thematisiert. Diese Impfstoffe sollen nicht ein bereits bestehendes Melanom bekämpfen, sondern einen Rückfall nach erfolgter Behandlung verhindern. Laut Posch wird der Impfstoff individuell hergestellt: Dafür werden Gewebezellen aus dem Melanom der betroffenen Person entnommen. Die Herstellung eines solchen Impfstoffs dauert nach Angaben des Mediziners rund sechs Wochen. Der mRNA-Impfstoff befindet sich derzeit in der dritten Phase der klinischen Testung.
Die Immuntherapie selbst hat die Behandlung von schwarzem Hautkrebs nach Poschs Worten seit dem Jahr 2011 grundlegend verändert. Zuvor stand mit der Chemotherapie nur eine Alternative zur Verfügung, die laut Posch bei dieser Krebsart sehr ineffektiv war. Bei der Immuntherapie kommen Medikamente mit Antikörpern zum Einsatz, die es dem körpereigenen Immunsystem ermöglichen, Krebszellen selbst anzugreifen.
Der Mediziner wies zudem auf die Häufigkeit von weißem Hautkrebs hin: Fast jeder zweite Mensch über 60 Jahren sei davon betroffen. Der Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology findet von Mittwoch bis Samstag im Austria Center Vienna statt. An den vier Kongresstagen werden mehr als 170 Programmpunkte angeboten.
Prinzip der Immuntherapie bei Krebserkrankungen
Grundsätzlich setzt die Immuntherapie nicht direkt an der Krebszelle selbst an, sondern an der körpereigenen Abwehr. Tumorzellen besitzen häufig Mechanismen, mit denen sie sich vor dem Immunsystem tarnen oder dessen Angriff bremsen. Antikörperbasierte Medikamente, sogenannte Checkpoint-Inhibitoren, können solche Bremsmechanismen lösen, sodass körpereigene Immunzellen den Tumor wieder erkennen und bekämpfen können. Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend von der klassischen Chemotherapie, die Zellen mit besonders schneller Teilung angreift und dabei auch gesundes Gewebe belastet.
Bei mRNA-basierten Ansätzen wird dem Immunsystem gezielt Information über bestimmte Merkmale von Tumorzellen vermittelt, damit es diese im Falle eines erneuten Auftretens schneller erkennt. Solche individualisierten Verfahren erfordern in der Regel eine Analyse von Gewebeproben der jeweiligen Patientin oder des jeweiligen Patienten, da sich die molekularen Eigenschaften von Tumoren unterscheiden können. Klinische Studien durchlaufen dabei üblicherweise mehrere Phasen, in denen Wirksamkeit und Sicherheit eines neuen Präparats an einer wachsenden Zahl von Teilnehmenden geprüft werden, bevor eine mögliche Zulassung erfolgen kann.
Schwarzer Hautkrebs, medizinisch als malignes Melanom bezeichnet, gilt unter den Hautkrebsarten als besonders aggressiv, da er frühzeitig Metastasen bilden kann. Weißer Hautkrebs umfasst dagegen mehrere Tumorarten, die in der Regel langsamer wachsen, aber deutlich häufiger auftreten, insbesondere im höheren Lebensalter. Fachkongresse wie der in Wien stattfindende dienen dem internationalen Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse und neue Behandlungsansätze in der Dermatologie.
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