Ein Forschungsteam der Universität Innsbruck untersucht im Projekt „FlowerPower“ Blühstreifen auf landwirtschaftlichen Flächen in ganz Österreich. Anhand von DNA-Spuren auf Blüten wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, welche Insekten bestimmte Pflanzen tatsächlich nutzen. Projektleiter ist der Zoologe Michael Traugott.
Blütenproben aus fünf Bundesländern
Für die Untersuchung pflücken die Forschenden einzelne Blüten und waschen sie getrennt nach Pflanzenarten. Aus dem dabei entstehenden Wasser extrahieren sie im Labor die Insekten-DNA, sequenzieren sie und bestimmen die jeweiligen Arten. Masterstudentin Lavinia König ist am Projekt beteiligt und reist in diesem Sommer fünf Mal nach Salzburg, in die Steiermark sowie nach Nieder- und Oberösterreich, um Proben zu sammeln. Bei Beprobungen in Niederösterreich nahmen die Forschenden tiefe Risse im Boden und eine spärliche Vegetation wahr.
An dem Projekt beteiligen sich 50 landwirtschaftliche Betriebe aus ganz Österreich. Sie sammeln als Citizen Scientists auf ihren eigenen Biodiversitätsflächen Blütenproben und schicken diese zur Auswertung an das Labor nach Innsbruck. Im Herbst erhalten die Betriebe die Ergebnisse der Analysen. Als Projektpartner sind die HBLFA Raumberg-Gumpenstein, Bio Austria und der Verein Bodenleben eingebunden.
Verpflichtende Biodiversitätsflächen im Ackerbau
Das Österreichische Programm für umweltgerechte Landwirtschaft, kurz ÖPUL, schreibt bei gemähtem Grünland und Ackerflächen verpflichtende Biodiversitätsflächen vor. Der Anteil muss sieben Prozent betragen. EU und Bund fördern zudem das Anlegen von Blühstreifen. Im Jahr 2023 umfassten diese Biodiversitätsflächen in Österreich mehr als 140.000 Hektar.
Blühstreifen als Lebensraum für Insekten
Grundsätzlich dienen Blühstreifen dazu, Insekten wie Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern zusätzliche Nahrungsquellen und Rückzugsräume in ausgeräumten Agrarlandschaften zu bieten. Sie werden meist am Rand von Acker- oder Grünlandflächen angelegt und mit Saatgutmischungen aus verschiedenen Wild- und Kulturpflanzen bestellt. Die Blütenvielfalt soll über einen möglichst langen Zeitraum im Jahr Nahrung bereitstellen, da unterschiedliche Insektenarten zu unterschiedlichen Zeiten aktiv sind und je nach Art auf bestimmte Pflanzen spezialisiert sein können.
Welche Insektenarten von welchen Pflanzen tatsächlich profitieren, lässt sich mit bloßem Auge jedoch nur schwer feststellen, da viele Besuche kurz und schwer zu beobachten sind. Molekularbiologische Methoden wie die DNA-Analyse von Blütenspuren ermöglichen es, solche Nutzungsmuster systematischer zu erfassen. Damit lässt sich grundsätzlich besser einschätzen, welche Pflanzenarten für welche Insektengruppen von Bedeutung sind und wie effektiv bestehende Saatgutmischungen tatsächlich wirken.
Die Zusammensetzung von Saatgutmischungen für Blühstreifen richtet sich üblicherweise nach regionalen Standortbedingungen wie Bodenbeschaffenheit, Klima und Niederschlagsmenge. Da sich diese Bedingungen je nach Bundesland und Höhenlage deutlich unterscheiden können, kommen in der Praxis unterschiedliche Mischungen zum Einsatz. Wissenschaftliche Begleituntersuchungen, wie sie im Rahmen von Citizen-Science-Projekten durchgeführt werden, sollen dazu beitragen, solche Mischungen auf Basis konkreter Beobachtungsdaten aus der landwirtschaftlichen Praxis weiterzuentwickeln.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








