Jedes dritte Kind in Tirol braucht Nachhilfe – Kosten steigen auf 9,3 Millionen Euro

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Fast ein Drittel der Tiroler Schülerinnen und Schüler hat im vergangenen Schuljahr Nachhilfe benötigt. Laut dem Nachhilfe-Monitoring 2026 nahmen 29 Prozent tatsächlich Nachhilfeunterricht in Anspruch, rechnet man jene hinzu, die Bedarf hatten, aber keine Unterstützung erhielten, steigt der Wert auf 31 Prozent. Das entspricht rund 27.000 Kindern und Jugendlichen in Tirol.

Bedarf und Kosten steigen weiter

Im Vorjahr lag der Gesamtbedarf noch bei 29 Prozent beziehungsweise rund 24.000 betroffenen Kindern. Damit hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Nachhilfebedarf innerhalb eines Jahres deutlich erhöht. Auch finanziell schlägt sich das nieder: Tiroler Eltern zahlten im vergangenen Jahr im Schnitt 670 Euro für Nachhilfe, insgesamt beliefen sich die Ausgaben auf 9,3 Millionen Euro. Der Anteil des Bedarfs an bezahlter, also kostenpflichtiger Nachhilfe stieg von 14 auf 16 Prozent.

Besonders häufig wurde Nachhilfe anlassbezogen genutzt, etwa vor Schularbeiten und Tests. Als Fach steht Mathematik an erster Stelle, gefolgt von Deutsch und Fremdsprachen. Neben der bezahlten externen Nachhilfe nutzt mehr als ein Drittel der Schüler auch den kostenlosen Förderunterricht an den Schulen. Von diesem Angebot profitieren laut dem Monitoring insbesondere Mittelschüler. Gleichzeitig gibt es Schulen, an denen ein ausreichendes Förderangebot fehlt.

Kritik der Arbeiterkammer an Bildungsungleichheit

AK-Präsident Erwin Zangerl kritisierte in einer Aussendung, dass Bildungschancen zunehmend von den finanziellen Ressourcen der Eltern abhängen. Er sieht dringenden Handlungsbedarf für mehr personelle Ressourcen an den Schulen sowie für zusätzliche Entlastungsangebote für Familien. Die AK Tirol verweist in diesem Zusammenhang auf eigene Unterstützungsangebote, darunter das Programm Sommerschule Plus.

Förderunterricht als schulisches Ausgleichsinstrument

Kostenloser Förderunterricht ist an österreichischen Schulen ein etabliertes Instrument, um Lerndefizite auszugleichen, ohne dass Familien dafür zusätzliche Kosten tragen müssen. Er wird üblicherweise ergänzend zum regulären Unterricht angeboten und richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit Aufholbedarf in einzelnen Fächern. Die konkrete Ausgestaltung, etwa Umfang und Häufigkeit, hängt von den personellen und organisatorischen Möglichkeiten der jeweiligen Schule ab. Dort, wo entsprechende Ressourcen fehlen, weichen Familien häufiger auf private, kostenpflichtige Nachhilfe aus.

Private Nachhilfe wird in Österreich grundsätzlich auf unterschiedlichen Wegen organisiert, etwa über kommerzielle Nachhilfeinstitute, Einzelunterricht oder Angebote von Studierenden. Die Kosten variieren je nach Umfang, Fach und Anbieter. Für Familien mit geringerem Einkommen kann eine kontinuierliche externe Nachhilfe finanziell eine erhebliche Belastung darstellen, wodurch der Zugang zu zusätzlicher Unterstützung ungleich verteilt sein kann. Diese Entwicklung wird in der bildungspolitischen Diskussion regelmäßig thematisiert, wenn es um die Chancengleichheit im Schulsystem geht.

Programme wie Ferienbetreuungsangebote in den Sommermonaten setzen an genau dieser Stelle an: Sie sollen Lernrückstände aus dem Schuljahr aufarbeiten, bevor das neue Schuljahr beginnt, und richten sich häufig gezielt an Familien, die sich reguläre Nachhilfe nicht ohne Weiteres leisten können. Solche Angebote werden von unterschiedlichen Trägern organisiert, etwa von Interessenvertretungen, gemeinnützigen Einrichtungen oder öffentlichen Stellen, und ergänzen die schulischen Fördermaßnahmen während des laufenden Unterrichtsjahres.