Kärnten erwägt Brauchwasserspeicher gegen Dürre – Experte schlägt 50 Sammelbecken für das Lavanttal vor

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Dieses Thema Freunden empfehlen

Kärntens Landwirte leiden unter der anhaltenden Trockenheit und Wasserknappheit. Als mögliche Lösung wird nun der Bau von Brauchwasserspeichern diskutiert, wie sie in Italien für die landwirtschaftliche Bewässerung bereits üblich sind. Ein Kleinkraftwerksexperte hat dazu ein konkretes Modell vorgeschlagen: ein Sammelbecken mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Kubikmetern Wasser.

Im bergigen Kärnten gibt es bislang keine reinen Brauchwasserspeicher für die Landwirtschaft. In Niederösterreich existieren solche Anlagen dagegen schon. Ein Beispiel für einen Speicherteich in Kärnten findet sich in Weißbriach, wo ein Becken für ein kleines Skigebiet errichtet wurde.

Vorschlag für ein Sammelbecken im Lavanttal

Christoph Markus Aste, Experte für Kleinkraftwerke, schlägt die Errichtung eines Wasser-Sammelbeckens mit einem Volumen von 50.000 Kubikmetern vor. Als geeigneten Standort nennt er das Lavanttal, das über passende Hangneigungen für die Anlage solcher Speicherteiche verfügt. Die Region ist zudem durch intensive Obstbaukulturen und Gemüseanbau geprägt, die auf eine verlässliche Wasserversorgung angewiesen sind.

Nach Astes Vorschlag würden für eine flächendeckende Versorgung 50 bis 70 solcher Speichereinheiten benötigt. Die Kosten für eine einzelne Anlage in dieser Größenordnung beziffert er mit drei bis fünf Millionen Euro. Die Speicher sollen Wasser bei der Schneeschmelze oder bei Starkregenereignissen sammeln und für trockenere Phasen bereithalten.

Rechtliche Rahmenbedingungen und aktuelle Wassersituation

Elisabeth Gutschi von der Hydrographieabteilung des Landes Kärnten weist darauf hin, dass Wasserentnahmen bewilligungspflichtig sind. Für Bäche ist zudem eine Mindestwassermenge vorgeschrieben, die auch bei Entnahmen für Bewässerungszwecke erhalten bleiben muss. Seit Juli 2025 befindet sich Kärnten in einer Ausnahmesituation, was die Wasserführung betrifft. Derzeit führen die meisten Bäche nur noch annähernd die gesetzlich vorgeschriebene Mindestwassermenge, was die Befüllung von Speicherteichen erheblich erschwert oder aktuell nahezu unmöglich macht.

Für die Errichtung und den Betrieb von Speicheranlagen sind die Bezirkshauptmannschaften sowie die Länder zuständig. Sie prüfen dabei insbesondere die Auswirkungen auf den natürlichen Wasserkreislauf. Das Land Kärnten hat bereits vor fünf Jahren einen Leitfaden zur Errichtung von Speichern veröffentlicht, der als Orientierung für entsprechende Vorhaben dient.

Siegfried Huber, Präsident der Landwirtschaftskammer, verweist auf den Umfang des Maisanbaus in Kärnten: Insgesamt werden im Land 10.000 Hektar mit Mais bewirtschaftet. Ein einzelner Betrieb bewässert davon derzeit 50 Hektar. Angesichts der Wasserknappheit wird davon ausgegangen, dass künftig verstärkt Bewässerungslösungen für den Maisanbau angeboten werden müssen.

Bestehende Anlage in Weißbriach als möglicher Ansatzpunkt

Der Speicherteich in Weißbriach wurde vor einigen Jahren errichtet, um die Beschneiung eines kleinen Skigebiets sicherzustellen. Eine landwirtschaftliche Nutzung spielte bei der Planung damals keine Rolle. Diskutiert wird nun, ob eine Nutzung dieses bestehenden Beschneiungsspeichers auch für landwirtschaftliche Zwecke möglich wäre. Darüber hinaus wird angesprochen, dass derartige Speicheranlagen grundsätzlich auch als Erholungsgebiet oder als Löschwasserreservoir dienen könnten.

Wasserspeicherung als Thema im Alpenraum

Grundsätzlich stellt die Bewirtschaftung von Wasserressourcen in Gebirgsregionen eine besondere Herausforderung dar. Anders als im Flachland hängt die Verfügbarkeit von Wasser dort stark von der Schneeschmelze im Frühjahr sowie von einzelnen Niederschlagsereignissen ab. Speicherteiche, wie sie im Alpenraum vielerorts bereits für die künstliche Beschneiung genutzt werden, folgen einem einfachen Prinzip: Wasser wird in Zeiten mit ausreichendem Zufluss gesammelt und steht dann unabhängig von der aktuellen Wetterlage zur Verfügung.

Für die landwirtschaftliche Nutzung ergeben sich dabei allerdings andere Anforderungen als bei der Beschneiung, etwa hinsichtlich der Lage der Anlagen in der Nähe landwirtschaftlicher Nutzflächen sowie des