Kärntner Frauen erhalten fast 1.000 Euro weniger Pension als Männer – Equal Pension Day macht Lücke sichtbar

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Frauen in Kärnten beziehen im Schnitt fast 1.000 Euro monatlich weniger Pension als Männer. Das machte der Equal Pension Day am 11. August 2026 sichtbar: Der Aktionstag markiert jenen Zeitpunkt im Jahr, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende bekommen werden. Zu diesem Thema war die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Landes Kärnten, Martina Gabriel, im Studio von Kärnten heute zu Gast, wo sie im Live-Gespräch mit ORF-Moderator Hannes Orasche über Ursachen und mögliche Lösungsansätze sprach.

Kinderbetreuung und Teilzeit als zentrale Faktoren

Laut Gabriel entsteht der Unterschied bei den Pensionen vor allem durch eine Kombination aus Kinderbetreuung und Teilzeitarbeit. Als Folge dieser Lücke nannte sie ein Armutsprekariat, von dem Frauen im Alter betroffen seien.

Gabriel verwies zudem auf die Pensionsreform aus dem Jahr 2003. Damals wurde der Durchrechnungszeitraum, der die Grundlage für die Höhe der Pension bildet, schrittweise von 15 Jahren auf 40 Jahre ausgedehnt. Eine lebenslange Durchrechnungszeit von 40 Jahren oder mehr sei aus ihrer Sicht nicht schaffbar.

Als möglichen Ansatz zur Verringerung der Pensionslücke nannte Gabriel eine höhere Bemessungsgrundlage für Karenzzeiten. Außerdem sprach sie das Modell des Pensionssplittings an: Dabei gibt der erwerbstätige Partner dem nicht erwerbstätigen Partner bis zu 50 Prozent seines Pensionsanteils ab. In der Schweiz sei ein solches Splitting verpflichtend vorgeschrieben. Als Vergleichswert nannte Gabriel Estland, wo der Unterschied bei den Pensionen zwischen Frauen und Männern nur bei fünf Prozent liege.

Durchrechnungszeitraum und Pensionshöhe

Der Durchrechnungszeitraum bestimmt grundsätzlich, aus welchem Zeitraum des Erwerbslebens die Beitragsgrundlagen für die Berechnung der Pension herangezogen werden. Je länger dieser Zeitraum ist, desto stärker wirken sich einzelne Jahre mit geringerem Einkommen oder Erwerbsunterbrechungen auf die spätere Pensionshöhe aus. Solche Unterbrechungen entstehen häufig durch Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder längere Phasen der Teilzeitarbeit.

Teilzeitarbeit wiederum wirkt sich unmittelbar auf die Höhe der eingezahlten Pensionsbeiträge aus, da diese sich am tatsächlichen Erwerbseinkommen orientieren. Wird über viele Jahre hinweg in reduziertem Stundenausmaß gearbeitet, sinkt entsprechend auch die spätere Pension. Da Teilzeitarbeit in vielen europäischen Ländern überdurchschnittlich häufig von Frauen ausgeübt wird, gilt sie allgemein als einer der zentralen Erklärungsfaktoren für Unterschiede bei den Pensionshöhen zwischen den Geschlechtern.

Modelle zum Ausgleich von Erwerbsunterbrechungen

International existieren unterschiedliche Ansätze, um Erwerbsunterbrechungen durch Kinderbetreuung pensionsrechtlich auszugleichen. Neben einer höheren Bewertung von Karenzzeiten in der Pensionsberechnung wird in einigen Ländern auch das Modell des Pensionssplittings zwischen Partnern angewendet. Dabei werden während der gemeinsamen Zeit erworbene Pensionsansprüche ganz oder teilweise zwischen beiden Partnern aufgeteilt, unabhängig davon, wer während dieser Zeit erwerbstätig war. Solche Modelle sollen dazu beitragen, dass sich eine ungleiche Aufteilung von Erwerbsarbeit und Betreuungsarbeit innerhalb einer Partnerschaft nicht einseitig auf die spätere Pension einer Person auswirkt.