Kärntner Grundwasserspeicher trotz Regen weiter stark ausgedünnt

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Eine Kaltfront zieht derzeit über Kärnten hinweg und bringt Regen, der jedoch regional sehr unterschiedlich ausfällt. Während im Klagenfurter Becken rund zehn Liter pro Quadratmeter erwartet werden, sind in den Karnischen Alpen, den Karawanken und bis ins Gailtal bis zum Wochenende Mengen von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter möglich. Der Großteil Kärntens muss sich hingegen mit deutlich weniger Niederschlag begnügen: Hier werden nur fünf bis 20 Liter pro Quadratmeter erwartet.

Deutliches Niederschlagsdefizit über Monate

Der aktuelle Regen ändert an der grundsätzlichen Trockenheit in Kärnten wenig. In den vergangenen zwölf Monaten fiel landesweit um ein Drittel weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt üblich. Besonders ausgeprägt zeigt sich das Defizit in der ersten Augusthälfte: Dort kam Kärnten nur auf knapp 25 bis 30 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Gleichzeitig war der bisherige August um fünf Grad zu warm.

Die hohen Temperaturen verstärken die Austrocknung zusätzlich. Pro Grad Erwärmung kann die Luft um sieben Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen. In der ersten Augusthälfte verdunstete dadurch um 30 bis 35 Prozent mehr Wasser als üblich. Auch das Mittelmeer ist heuer laut Angaben von Geosphere Austria extrem warm, was sich auf die Wetterlage in der Region auswirkt.

Grundwasserstände auf niedrigem Niveau

Die anhaltende Trockenheit macht sich auch beim Grundwasser bemerkbar. Kärnten verfügt über 250 Grundwassermessstellen, an denen die Pegel derzeit auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau liegen. Gesamt betrachtet beträgt das Grundwasser-Minus 73 Prozent. Nach Angaben von Geosphere Austria benötigen einige Grundwasserkörper ein halbes bis ein dreiviertel Jahr, um sich wieder zu erholen. Ein rascher Ausgleich des Defizits ist demnach auch bei ergiebigeren Niederschlägen nicht zu erwarten.

Grundwasserneubildung als langwieriger Prozess

Grundsätzlich hängt die Neubildung von Grundwasser von mehreren Faktoren ab, etwa von der Bodenbeschaffenheit, der Vegetation und der Verteilung des Niederschlags über einen längeren Zeitraum. Kurze, intensive Regenfälle tragen oft weniger zur Grundwasserneubildung bei als länger anhaltender, gleichmäßiger Regen, da ein Teil des Wassers bei Starkregen oberflächlich abfließt, statt in tiefere Bodenschichten zu versickern. Solche Zusammenhänge erklären, warum ausgetrocknete Grundwasserkörper üblicherweise über längere Zeiträume hinweg wieder aufgefüllt werden müssen, selbst wenn einzelne Regenereignisse zwischenzeitlich für eine gewisse Entlastung sorgen.

Auch die Verdunstung spielt bei der Wasserbilanz einer Region eine zentrale Rolle. Höhere Temperaturen begünstigen nicht nur eine stärkere Verdunstung von Boden- und Oberflächenwasser, sondern erhöhen auch den Wasserbedarf von Pflanzen. In Kombination mit einem bestehenden Niederschlagsdefizit kann dies dazu führen, dass sich Trockenperioden über mehrere Monate hinweg verstärken, selbst wenn einzelne Wetterlagen zwischenzeitlich Regen bringen.