Unterschätzte Risiken beim Baden in Kärntner Seen
Mit steigenden Temperaturen zieht es wieder mehr Menschen zum Baden in die Kärntner Seen. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Badeunfälle in Kärnten zu.
Im Jahr 2026 wurden in Kärnten bereits vier tödliche Badeunfälle verzeichnet. Wasserrettung und medizinische Fachleute weisen auf Risiken hin, die beim Baden häufig unterschätzt werden.
Warnungen vor Selbstüberschätzung im Wasser
Die Wasserrettung Kärnten nennt Selbstüberschätzung als häufigsten Fehler beim Baden. Markus Marinschek von der Wasserrettung Kärnten beschreibt, dass manche Menschen glauben, sehr weit hinausschwimmen zu können, dafür aber nicht ausreichend trainiert sind.
Bei solchen Badegästen fehlt laut Marinschek oft eine Schwimmhilfe. Die Wasserrettung rät dazu, Schwimmhilfen mitzunehmen, auch wenn man sich für einen guten Schwimmer hält. Nach ihren Angaben verwenden auch professionelle Schwimmer der Wasserrettung bei längeren Strecken stets Schwimmhilfen.
Belastung für das Herz bei Kälte und Hitze
Die Kardiologin Katharina Leitner weist auf körperliche Risiken beim Wechsel zwischen Sonne und Wasser hin. Beim Liegen in der Sonne komme es zu einer Weitstellung der Gefäße, wodurch Blut nicht immer dort vorhanden sei, wo man es benötigen könnte.
Ein Sprung ins absolut kalte Wasser könne laut Leitner zu einer reflexartigen Engstellung der Gefäße führen. Davon seien auch jene Gefäße betroffen, die das Herz selbst versorgen. In der Folge könne es zu einem Herzinfarkt oder zu Herzrhythmusstörungen kommen.
Empfohlen wird daher, sich vor dem Gang ins Wasser langsam abzukühlen. Das soll den Körper an die kühle Wassertemperatur gewöhnen.
Vorgehen im Notfall
Laut Wasserrettung zählt bei einem Notfall im Wasser jede Minute. Im Ernstfall wird geraten, sofort Hilfe zu holen, den Notruf 130 zu wählen und rasch mit Erste-Hilfe-Maßnahmen zu beginnen.







