Neues Glücksspielgesetz: Österreich führt bundesweite Sperrdatenbank gegen Spielsucht ein

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Österreich soll spätestens im Herbst ein neues Glücksspielgesetz erhalten. Ein zentraler Bestandteil ist eine bundesweite Sperrdatenbank, mit der sich spielsuchtgefährdete Menschen künftig einheitlich von Glücksspielangeboten ausschließen lassen können. Zudem sind Einzahlungslimits vorgesehen, die vor allem junge Erwachsene schützen sollen. Thomas Steininger, ein ehemals spielsüchtiger 30-Jähriger, bezeichnete das Vorhaben in der ORF-Sendung „Wien heute“ als „einen positiven Schritt zu einem besseren Spielerschutz“.

Sperrdatenbank soll bundesweit gelten

Bislang mussten sich Betroffene laut Izabela Horodecki, Präsidentin des Vereins Spielsuchthilfe, bei jedem Glücksspielanbieter einzeln sperren lassen. Eine zentrale, österreichweite Sperrdatenbank soll das künftig ändern und einen Ausschluss über alle Anbieter hinweg ermöglichen. Steininger verwies darauf, dass Tschechien eine solche Sperrdatenbank bereits seit langer Zeit habe und auch Deutschland sie im Zuge der Novellierung seines Glücksspielgesetzes eingeführt habe.

Für die Wirksamkeit einer Sperre spielt aus Steiningers Sicht auch die geografische Nähe Österreichs zu Nachbarländern eine Rolle. Er nannte als Beispiel, dass es im Umkreis von Wien drei Grenzübergänge gebe, die innerhalb einer Stunde erreichbar seien.

Neben der Sperrdatenbank sieht die geplante Gesetzesvorlage auch Einzahlungslimits vor, die insbesondere junge Erwachsene betreffen sollen. Horodecki bezeichnete junge Menschen als „besonders vulnerable Gruppe, die gefährdet ist“. Steininger illustrierte die Problematik anhand einer Lehrlingsentschädigung von 700 Euro: Jemand mit einem solchen Einkommen könne nicht 1.680 Euro im Monat verspielen, so seine Einschätzung.

Steininger selbst begann im Alter von 17 Jahren mit Online-Glücksspielen und verzockte im Lauf der Zeit 70.000 Euro. Erst 2023 gelang es ihm, von seiner Spielsucht loszukommen. Heute engagiert er sich öffentlich für einen besseren Spielerschutz.

Ein Punkt der neuen Gesetzesvorlage sorgt allerdings für Kritik: Sportwetten werden weiterhin nicht als Glücksspiel eingestuft. Das hat aus Sicht von Betroffenenvertretern praktische Konsequenzen, da die Hälfte der Klientinnen und Klienten des Vereins Spielsuchthilfe laut Horodecki Probleme mit Sportwetten hat. Die Zahl der Spielsüchtigen insgesamt bezeichnete die Vereinspräsidentin als konstant hoch.

Regulierung von Glücksspiel in Österreich

Glücksspiel unterliegt in Österreich grundsätzlich einer bundesrechtlichen Regelung, die unter anderem Konzessionen, Kontrollmechanismen und Vorgaben zum Spielerschutz umfasst. Anbieter von Online-Glücksspiel und Automatenspielen benötigen üblicherweise eine entsprechende Bewilligung, um in Österreich legal tätig zu sein. Sportwetten werden in der bestehenden Rechtslage traditionell gesondert behandelt und fallen nicht unter die gleichen Bestimmungen wie klassisches Glücksspiel, was in der Praxis zu unterschiedlichen Schutzstandards führen kann.

Sperrsysteme, wie sie nun bundesweit eingeführt werden sollen, sind in mehreren europäischen Ländern bereits etabliert. Sie ermöglichen es Betroffenen, sich selbst oder auf Veranlassung Dritter von der Teilnahme an Glücksspielangeboten auszuschließen. Eine zentrale Datenbank hat gegenüber Einzellösungen den Vorteil, dass eine Sperre nicht durch einen Wechsel zu einem anderen Anbieter umgangen werden kann.

Einzahlungslimits gelten in der Suchtprävention allgemein als ein Instrument, um exzessive Verluste frühzeitig zu begrenzen. Solche Obergrenzen orientieren sich häufig an Einkommensverhältnissen und sollen insbesondere jüngere Personen mit geringerem verfügbarem Einkommen vor überproportional hohen Verlusten schützen.

Spielsuchtberatungsstellen wie der Verein Spielsuchthilfe bieten üblicherweise Beratung, Betreuung und Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige an. Ihre Erfahrungswerte aus der Beratungspraxis fließen häufig in politische Debatten über die Ausgestaltung von Glücksspielgesetzen ein, etwa wenn es um die Frage geht, welche Angebotsformen als besonders risikoreich gelten und welchen regulatorischen Rahmen sie benötigen.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.