Oberösterreich Schlusslicht bei Kassenärzten: 46 Stellen unbesetzt, Ordinationen am Limit

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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In Oberösterreich sind derzeit 46 Kassenarztstellen unbesetzt. Damit ist das Bundesland aktuell Schlusslicht bei der Dichte an Kassenärzten. Betroffen sind vor allem die Allgemeinmedizin mit 26 offenen Stellen sowie die Gynäkologie mit 15 unbesetzten Kassenarztstellen. Bei den Hautärzten fehlen sechs Kassenärzte.

Offene Stellen in Gynäkologie und Allgemeinmedizin

Die Linzer Gynäkologin und Fachgruppensprecherin Doris Steiger-Bauer beschreibt die Auswirkungen auf den Praxisalltag. Ihr zufolge gibt es im ländlichen Bereich Ordinationen, die zwischen 1.500 und 2.000 Patientinnen pro Quartal behandeln müssen. Im städtischen Bereich liegt diese Zahl laut Steiger-Bauer bei etwa 1.000 Patientinnen im Quartal. Damit fällt die Belastung einzelner Ordinationen je nach Region unterschiedlich hoch aus, wobei ländliche Praxen die deutlich höhere Patientenzahl stemmen müssen.

Silke Haim, Präsidentin der Ärztekammer OÖ, verweist auf eine veränderte Entscheidungsfreudigkeit junger Mediziner bei der Niederlassung. Als einen Aspekt nennt sie, dass Kassenverträge keine Teilzeit-Optionen bieten. Im Unterschied dazu bieten Spitäler Teilzeitstellen in allen Fachbereichen an. Die Ärztekammer verweist zudem auf die Gesundheitshotline 1450 als Anlaufstelle.

Niederlassung als Kassenarzt und Arbeitszeitmodelle

Die Niederlassung als Kassenarzt ist in Österreich grundsätzlich an einen Einzelvertrag mit der Sozialversicherung gebunden, der bestimmte Rahmenbedingungen für Praxisführung und Abrechnung vorgibt. Anders als in Anstellungsverhältnissen, etwa an einem Krankenhaus, sind Kassenverträge in der Regel als Vollzeitmodell ausgestaltet. Teilzeitarbeit, wie sie in Spitälern in unterschiedlichen Fachbereichen üblich ist, lässt sich in diesem System bislang nicht ohne Weiteres abbilden.

Für viele jüngere Ärztinnen und Ärzte spielt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei der Berufswahl eine zunehmend wichtige Rolle. Arbeitsmodelle mit flexibleren oder reduzierten Arbeitszeiten gelten in vielen Branchen mittlerweile als gängige Option. Im niedergelassenen Kassenbereich fehlen solche Modelle bislang weitgehend, während Spitäler entsprechende Teilzeitstellen in unterschiedlichen medizinischen Fachrichtungen bereits anbieten.

Unbesetzte Kassenarztstellen wirken sich unmittelbar auf die verbleibenden Praxen aus, da die Zahl der Patientinnen und Patienten in einer Region insgesamt gleich bleibt, sich aber auf weniger Ordinationen verteilt. Das kann zu längeren Wartezeiten und einer höheren Auslastung der bestehenden Praxen führen. Besonders in ländlichen Gebieten mit größerer Entfernung zur nächsten Ordination kann sich ein Mangel an Kassenärzten stärker bemerkbar machen als in städtischen Regionen mit dichterer ärztlicher Versorgung.

Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 wurde in Österreich als niederschwelliges Angebot eingerichtet, über das medizinischer Rat eingeholt und eine Einschätzung zur Dringlichkeit von Beschwerden erfolgen kann. Sie dient unter anderem dazu, Patientinnen und Patienten bei Bedarf an geeignete Versorgungsstellen weiterzuleiten, wenn etwa keine unmittelbare Terminverfügbarkeit in einer Ordination besteht.