Oberösterreich richtet Netzwerk für ALS-Betroffene ein
In Oberösterreich wird die Versorgung von Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) künftig durch ein eigenes Netzwerk koordiniert. Das ALS-Netzwerk OÖ soll Medizin, Pflege, Therapie sowie Hospiz- und Palliativversorgung miteinander verbinden.
Derzeit leben in Oberösterreich rund 90 Menschen mit ALS. Pro Jahr werden im Bundesland 30 bis 40 Erstdiagnosen gestellt. ALS ist eine unheilbare Erkrankung der motorischen Nervenzellen, die willkürliche Bewegungen steuern. Sie führt zu Muskelschwäche und Muskelabbau in Armen, Beinen und im Rumpf sowie zu Einschränkungen beim Sprechen, Schlucken und bei der Atmung.
Betreuung im häuslichen Umfeld im Mittelpunkt
Der Großteil der ALS-Patienten wird bereits zu Hause gepflegt. Das neue Netzwerk soll Betroffene möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung begleiten und stationäre Krankenhausaufenthalte vermeiden. Eine Umfrage hatte zuvor Lücken in der bisherigen Versorgung aufgezeigt.
Organisiert wird das ALS-Netzwerk durch neurologische Fachabteilungen der oberösterreichischen Spitäler, den Landesverband Hospiz OÖ sowie das Hospiz Wels. Christina Grebe, Vorsitzende des Landesverbandes Hospiz Oberösterreich, ist an der Umsetzung beteiligt. Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) unterstützt das Vorhaben auf Landesebene.
Finanzierung über Hospiz- und Palliativfonds
Die Angebote des Netzwerks werden aus Mitteln des Hospiz- und Palliativfonds finanziert, der gemeinsam von Bund, Ländern und Sozialversicherung getragen wird. Für ALS-Betroffene und ihre Angehörigen entstehen dadurch keine Kosten.








