In Österreich gilt seit Anfang 2025 ein Pfand von 25 Cent auf Einwegflaschen und -dosen. Viele Pfandautomaten in Supermärkten bieten dabei die Möglichkeit, den Betrag nicht auszahlen zu lassen, sondern direkt für einen guten Zweck zu spenden. Wie mehrere Handelsketten mitteilen, wird diese Option von Kundinnen und Kunden gut angenommen.
Hunderttausende Euro über Pfandautomaten gesammelt
Lidl teilte gegenüber noe.ORF.at mit, dass die Spendenmöglichkeit an den Pfandautomaten gut angenommen werde. Seit dem Start der Funktion Anfang 2025 seien österreichweit mehr als 100.000 Euro zusammengekommen. Bei Lidl können Kundinnen und Kunden selbst auswählen, welcher Organisation ihr Pfandbetrag zugutekommt. Für das Jahr 2026 stehen dabei das Österreichische Rote Kreuz, die Organisation Pro Juventute, der Naturschutzbund sowie der Verein Freunde der Tierecke zur Auswahl.
Auch bei Spar und Interspar können Kundinnen und Kunden ihren Pfandbon spenden. Das Geld kommt hier 2026 jeweils der Feuerwehr zugute, die für den betreffenden Spar-Markt im Notfall zuständig ist. In Städten mit Berufsfeuerwehren fließt der gespendete Betrag stattdessen der Feuerwehrjugend zu. Im vergangenen Jahr sind auf diesem Weg in Spar- und Interspar-Märkten mehr als 670.000 Euro für ehrenamtliche Zwecke zusammengekommen.
Wie viele Kundinnen und Kunden ihren Pfandbon tatsächlich spenden und wie viele ihn sich auszahlen lassen, können die Supermärkte nicht beziffern. Anfragen von noe.ORF.at bei Hofer und Rewe zu diesem Thema blieben unbeantwortet. Insgesamt zeigen sich die Supermarktketten mit der bisherigen Entwicklung des Einwegpfands zufrieden. Die Rückgabe von Flaschen und Dosen ist für viele Kundinnen und Kunden inzwischen zu einem festen Bestandteil des Einkaufs geworden.
Funktionsweise des Einwegpfandsystems
Pfandsysteme für Einwegverpackungen verfolgen grundsätzlich das Ziel, die Rückgabequote von Flaschen und Dosen zu erhöhen und damit die getrennte Sammlung von Wertstoffen zu verbessern. Beim Kauf eines pfandpflichtigen Getränkeprodukts wird ein Pfandbetrag auf den Verkaufspreis aufgeschlagen, der beim Rückgeben der leeren Verpackung an einem Automaten wieder ausgezahlt wird. Üblicherweise erkennt der Automat die Verpackung anhand eines Barcodes und eines speziellen Pfandkennzeichens und druckt anschließend einen Bon aus, der an der Kassa gegen Bargeld oder eine Gutschrift eingelöst werden kann.
Die Einbindung einer Spendenoption an solchen Automaten ist eine im Handel verbreitete Ergänzung, um den ausgezahlten Kleinbetrag unkompliziert für karitative oder gemeinnützige Zwecke nutzbar zu machen. Da einzelne Pfandbeträge mit 25 Cent vergleichsweise gering ausfallen, bietet die Bündelung vieler kleiner Beträge über einen Automaten eine praktikable Möglichkeit, in der Summe größere Spendensummen zu erzielen, ohne dass Kundinnen und Kunden dafür einen gesonderten Weg zur Spende gehen müssen.
Rolle von Feuerwehren und Rettungsorganisationen
Feuerwehren in Österreich sind größtenteils freiwillig organisiert und auf Spenden sowie öffentliche Förderungen angewiesen, um Ausrüstung, Fahrzeuge und Ausbildung zu finanzieren. Auch die Nachwuchsarbeit in der Feuerwehrjugend wird üblicherweise durch zusätzliche finanzielle Unterstützung ermöglicht. Ähnlich sind Organisationen wie das Rote Kreuz oder Naturschutzverbände auf private Spenden angewiesen, um ihre laufende Arbeit im Rettungswesen, im Sozialbereich oder im Naturschutz abzusichern. Kooperationen zwischen Handelsketten und solchen Organisationen ermöglichen es, alltägliche Einkaufsvorgänge mit einem zusätzlichen gemeinnützigen Nutzen zu verbinden, ohne dass für die Kundschaft ein zusätzlicher Aufwand entsteht.







