PV-Förderung startet am 8. Oktober: Acht Millionen Euro könnten in Sekunden weg sein

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Dieses Thema Freunden empfehlen

Am 8. Oktober 2026 um 17:00 Uhr öffnet der dritte und letzte Fördercall für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher in Österreich. Insgesamt stehen acht Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Beim vorangegangenen Fördercall im Juni 2026 war der Fördertopf bereits nach 36 Sekunden ausgeschöpft.

Erfahrungen aus dem vergangenen Fördercall

Der zweite Fördercall im Juni hatte gezeigt, wie groß der Andrang auf die Mittel ist. Innerhalb von nur 36 Sekunden war der gesamte Fördertopf vergeben. Rund 25.000 Anträge blieben dabei unberücksichtigt, da die Mittel zu diesem Zeitpunkt bereits aufgebraucht waren. Für den dritten Fördercall Anfang Oktober wird mit einer ähnlich hohen Nachfrage gerechnet. Nach Einschätzungen aus der Branche könnten erneut rund 30.000 Anträge eingehen.

Kevin Paulitsch, der bei dem Unternehmen Hansesun tätig ist, beschäftigt sich intensiv mit dem Ablauf solcher Förderanträge. Hansesun hat deshalb ein Testportal eingerichtet, über das sowohl Kundinnen und Kunden als auch das Unternehmen selbst den Antragsprozess im Vorfeld trainieren können. Ziel ist es, im entscheidenden Moment möglichst schnell und fehlerfrei durch die einzelnen Schritte zu kommen.

Ablauf des Antragsprozesses im Detail

Der eigentliche Förderantrag besteht aus mehreren Schritten, die in kurzer Zeit nacheinander durchlaufen werden müssen. Zunächst müssen die erforderlichen Daten eingefügt werden, anschließend ist eine Sicherheitsfrage zu lösen. Danach folgt ein Code, der entziffert und korrekt eingegeben werden muss. Abschließend ist ein Haken zu setzen, bevor der Antrag endgültig abgeschickt werden kann. Jeder einzelne dieser Schritte kostet Zeit, die angesichts der Erfahrungswerte aus dem Juni-Call knapp bemessen sein dürfte. Nach Einschätzung von Kevin Paulitsch müsse man unter 20 Sekunden bleiben, um überhaupt eine Chance auf eine erfolgreiche Antragstellung zu haben.

Diskussion um eine Neuaufstellung des Fördersystems

Angesichts der wiederholt extrem kurzen Zeitfenster, in denen die Fördermittel vergeben werden, plant die Politik eine Neuaufstellung des bestehenden Fördermodells. Details zur konkreten Ausgestaltung stehen noch aus. In der Branche werden unterschiedliche Ansätze diskutiert, die von fixen Förderbeträgen bis hin zu einem Freibetrag im Rahmen des Steuerausgleichs reichen. Auch ein stärkerer politischer Fokus auf intelligente Speicher-Systeme wird als mögliche Richtung genannt. Eine konkrete Lösung für das Jahr 2027 liegt bislang jedoch nicht vor.

Wie Förderprogramme für erneuerbare Energien funktionieren

Grundsätzlich werden staatliche Förderungen für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher in Österreich über zeitlich begrenzte Fördercalls vergeben. Dabei wird zu einem festgelegten Zeitpunkt ein bestimmtes Budget freigegeben, aus dem Anträge nach dem Prinzip der Antragsreihenfolge bedient werden. Sobald die verfügbaren Mittel ausgeschöpft sind, endet der jeweilige Call automatisch, unabhängig davon, wie viele Anträge zu diesem Zeitpunkt noch offen sind.

Dieses Verfahren soll einerseits eine rasche und unbürokratische Mittelvergabe ermöglichen, führt in der Praxis jedoch häufig zu einem sehr hohen Andrang in den ersten Sekunden nach Freischaltung des Systems. Bei besonders hoher Nachfrage, wie sie im Bereich der Photovoltaikförderung seit Jahren zu beobachten ist, können die technischen und organisatorischen Abläufe der Antragstellung somit maßgeblich darüber entscheiden, ob ein Antrag noch berücksichtigt wird oder nicht.

Alternative Fördermodelle, wie sie derzeit diskutiert werden, verfolgen in der Regel das Ziel, den Zufallsfaktor bei der Antragstellung zu verringern. Ein Freibetrag im Rahmen des Steuerausgleichs würde beispielsweise unabhängig von Antragszeitpunkten greifen, während fixe Förderbeträge pro Anlage eine planbarere Verteilung der Mittel ermöglichen könnten. Ein stärkerer Fokus auf intelligente Speicher-Systeme würde zudem nicht allein die Errichtung von Anlagen, sondern auch deren effiziente Nutzung in den Mittelpunkt der Förderpolitik rücken.