Radweg Krottenbachstraße: FPÖ fordert Evaluierung, Mobilitätsagentur sieht keine Unfallhäufungsstelle
Auf der Krottenbachstraße im Wiener Bezirk Döbling ist ein 1,7 Kilometer langer Zwei-Richtungs-Radweg entstanden, der seit 2025 auf der gesamten Route befahren werden kann. Die Anlage der Strecke war politisch umstritten: Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) setzte das Projekt gegen den Willen von Bezirks-ÖVP und Bezirks-FPÖ durch. Da die Route zum Hauptradverkehrsnetz zählt, lag die Entscheidungskompetenz beim Rathaus.
Nun ist eine Diskussion über die Unfallzahlen auf der Strecke entbrannt. Die FPÖ Döbling beruft sich auf Daten von Statistik Austria und verweist auf einen deutlichen Anstieg registrierter Fahrradunfälle im betreffenden Abschnitt.
FPÖ verweist auf gestiegene Unfallzahlen
Laut FPÖ-Auswertung wurden im Jahr 2022 im Bereich zwischen Cottagegasse und Felix-Dahn-Straße null Fahrradunfälle registriert. Im Jahr 2024 seien es sechs Unfälle gewesen, davon vier in den damals bereits fertiggestellten Abschnitten. Im Jahr 2025 wurden demnach neun Fahrradunfälle auf dem fertiggestellten Radweg verzeichnet. Klemens Resch, Parteiobmann der FPÖ Döbling, fordert auf dieser Grundlage eine Evaluierung der Strecke.
Mobilitätsagentur: Keine Unfallhäufungsstelle
Die Mobilitätsagentur unter Geschäftsführer Martin Blum hält dem entgegen, dass auf der Krottenbachstraße bisher keine Unfallhäufungsstelle vorliege. Die Verkehrssicherheitsbehörde MA 46 definiert eine solche als fünf Vorfälle gleicher Art innerhalb von drei Jahren an derselben Örtlichkeit.
Gleichzeitig weisen Zähldaten auf eine stark gestiegene Nutzung hin: In einer einwöchigen Messung im Mai 2025 wurden im Schnitt 1.074 Fahrräder pro Tag erfasst, an Spitzentagen bis zu 1.300. Im Stundenpeak waren bis zu 130 Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs. Im Juni 2022, vor Errichtung des Radwegs, hatte der entsprechende Wert bei rund 50 Personen pro Stunde gelegen.








