Am Uniklinikum Graz sorgt seit Sommer 2025 ein sogenanntes Rapid Response Team für zusätzliche Sicherheit auf der herzchirurgischen Bettenstation. Das Team der Intensivstation wird gerufen, sobald bestimmte Frühwarnwerte bei Patienten einen kritischen Bereich erreichen. Ziel ist es, Verschlechterungen des Gesundheitszustands frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor eine akute lebensbedrohliche Situation entsteht.
Seit der Einführung wurde das Team laut Uniklinikum Graz neunmal aktiviert. In drei Fällen mussten die betroffenen Patienten auf die Intensivstation verlegt werden, konnten diese jedoch bereits nach einem Tag wieder verlassen. Die übrigen sechs Patienten wurden entweder auf der Normalstation oder im Rahmen einer Intensivüberwachung weiterbetreut.
Frühwarnsystem auf der herzchirurgischen Station
Die herzchirurgische Bettenstation des Uniklinikums Graz hat das Rapid Response Team vor einem Jahr installiert. Das Konzept wurde speziell auf die Anforderungen dieser Station zugeschnitten. Ausschlaggebend für eine Aktivierung des Teams ist eine Frühwarn-Bewertung, die unter anderem Atemfrequenz, Herzfrequenz, Blutdruck, Bewusstseinslage und Temperatur der Patienten berücksichtigt. Erreicht diese Bewertung einen definierten kritischen Wert, wird das Team gerufen.
Das Rapid Response Team besteht aus dem jeweils diensthabenden ärztlichen und pflegerischen Personal der Intensivstation. Damit greift bei einer Alarmierung unmittelbar jenes Personal, das über die entsprechende intensivmedizinische Erfahrung verfügt. Christoph Kumpitsch, Leiter der Intensiv Herz / Transplant C-Station, ist mit dem Konzept am Uniklinikum Graz befasst.
Von einem klassischen Reanimationsteam unterscheidet sich das Rapid Response Team durch den Zeitpunkt des Einsatzes. Während ein Reanimationsteam erst bei einer bereits eingetretenen akuten lebensbedrohlichen Situation zum Einsatz kommt, wird das Rapid Response Team aufgrund definierter Warnzeichen bereits früher hinzugezogen.
Etabliertes Konzept aus dem englischsprachigen Raum
Rapid Response Systeme sind im englischsprachigen Raum seit Jahren etabliert. Als Vorreiter bei der Entwicklung und Verbreitung solcher Systeme gilt insbesondere Australien. Grundsätzlich verfolgen diese Systeme das Prinzip, Verschlechterungen des Gesundheitszustands anhand messbarer Vitalparameter frühzeitig zu erfassen, um rechtzeitig reagieren zu können, bevor sich eine kritische Situation weiter zuspitzt.
In der klinischen Praxis werden dafür üblicherweise standardisierte Frühwarn-Scores verwendet, die mehrere Vitalparameter zusammenfassend bewerten. Überschreitet die Summe dieser Bewertung einen festgelegten Schwellenwert, löst dies eine Alarmierung aus. Solche Systeme sollen dazu beitragen, dass medizinisches Personal nicht erst auf einen bereits eingetretenen Notfall reagiert, sondern frühere Anzeichen einer Verschlechterung erkennt und entsprechend handeln kann.
Besonders auf spezialisierten Stationen wie der Herzchirurgie, auf denen Patienten nach größeren Eingriffen betreut werden, kommt der frühzeitigen Erkennung kritischer Veränderungen eine besondere Bedeutung zu. Die Anpassung eines solchen Systems an die konkreten Bedingungen einer einzelnen Station, wie sie am Uniklinikum Graz vorgenommen wurde, ist bei der Einführung derartiger Konzepte üblich, da sich die relevanten Risikofaktoren und Abläufe je nach medizinischem Fachbereich unterscheiden können.





