Forschungsgruppe der TU Graz züchtet Mini-Plazentas im Labor
An der Technischen Universität Graz arbeitet eine Forschungsgruppe an der Züchtung von Mini-Plazentas aus menschlichen Zellen. Die kleinen Organmodelle wachsen seit vier Monaten im Labor und sollen neue Einblicke in Schwangerschaft und Krankheitsentstehung ermöglichen.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln im Labor menschliche Mini-Organe wie Plazenta und Gebärmutter. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie diese Organe funktionieren und wie Krankheiten entstehen.
Mini-Organe im Bioreaktor
Die Mini-Plazentas werden in einem Bioreaktor kultiviert, der als komplexer Brutschrank beschrieben wird. Die Flüssigkeit in diesem System soll der Umgebung einer menschlichen Gebärmutter möglichst nahekommen. Alle paar Tage wird diese flüssige Umgebung erneuert, und das Mini-Organ wird mit Proteinen versorgt.
Nach Angaben aus dem Projekt erzeugt der Bioreaktor eine Art simulierte Schwerelosigkeit. Die Zellen wachsen dabei frei im Raum und nicht flach auf einer Oberfläche. Ihr Verhalten wird als dem im Mutterleib ähnlicher beschrieben.
Plazenta im Fokus der Forschung
Die Forschungsgruppe erstellt dreidimensionale Karten der Plazenta. Damit sollen gesundes und erkranktes Gewebe miteinander verglichen werden, um zu verstehen, wo und wie Veränderungen und damit Komplikationen entstehen.
Schwangerschaftskomplikationen können den Kreislauf der Mutter betreffen. Als möglicher Grund für Bluthochdruck in der Schwangerschaft wird eine gestörte Entwicklung der Plazenta genannt. Die nähere Untersuchung dieses Organs gilt als schwierig, insbesondere ohne Mutter und Kind einem Risiko auszusetzen.
Die Plazenta wird als wesentliches Organ für die Entstehung des Babys und für eine gesunde Entwicklung bezeichnet. Die an der TU Graz entwickelten Mini-Plazentas sollen zur besseren Erforschung der Plazenta eingesetzt werden und können nach der Darstellung des Projekts dazu beitragen, die Gesundheit von Mutter und Kind künftig besser zu schützen.
Weltweit erleben Millionen Frauen Schwangerschaftskomplikationen. Die Forschenden sehen in den Mini-Organen ein Instrument, um die zugrunde liegenden Prozesse genauer zu untersuchen.








