Bestand des Sakerfalken in Österreich stabilisiert sich
Der in Österreich als „stark gefährdet“ eingestufte Sakerfalke zeigt nach aktuellen Angaben einen zunehmend stabilen Bestand. Dennoch gilt die Art weiterhin als seltene und gefährdete Greifvogelart.
Eine wichtige Rolle spielt dabei ein langjähriges Schutzprojekt, in dessen Rahmen der Bestand systematisch erhoben und künstliche Nisthilfen auf Strommasten bereitgestellt werden. Der Sakerfalke brütet in Österreich zunehmend in diesen Nisthilfen.
Langjähriges Schutzprojekt und Monitoring
Der Sakerfalke wird auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in der Kategorie „stark gefährdet“ geführt. In den 1970er-Jahren gab es in Österreich laut Austrian Power Grid (APG), Vetmeduni Wien und BirdLife Österreich nur noch zwei bis vier Brutpaare; der Sakerfalke wird für diese Zeit als beinahe ausgestorben beschrieben.
Seit 2004 werden im Netz des Übertragungsnetzbetreibers APG Brutplätze für Sakerfalken montiert. In Ostösterreich sind laut APG 110 Nisthilfen auf Strommasten installiert, teils in rund 60 Metern Höhe. Rund zwei Drittel der heimischen Sakerfalken-Population brüten nach Unternehmensangaben im Leitungsnetz.
Das Schutzprojekt wird von der Österreichischen Vogelwarte der Veterinärmedizinischen Universität Wien und BirdLife Österreich wissenschaftlich begleitet. Seit 2011 läuft ein systematisches Monitoring, bei dem Bestand, Brutbeginn, Schlupfzeitpunkte, Gesundheitszustand der Jungvögel und Bruterfolg dokumentiert werden. Seit Beginn des Monitorings wurden laut APG 846 Jungvögel auf APG-Masten flügge.
Bestandsentwicklung und Bruterfolg
Im Jahr 2025 wurden in Österreich 59 Brutpaare des Sakerfalken gezählt. Laut einer Aussendung flogen 2025 österreichweit 143 junge Sakerfalken aus – die bisher höchste im Monitoring dokumentierte Zahl. Projektleiter Johannes Hohenegger von BirdLife bezeichnet diese Entwicklung als positiv für den Schutz der Art.
Die Erhebungen zur Brutsaison 2026 laufen derzeit. Die Projektpartner gehen davon aus, dass der Bestand des Sakerfalken in Österreich heute als stabil gilt, betonen jedoch, dass es sich weiterhin um eine seltene und gefährdete Greifvogelart handelt. Hohenegger schätzt, dass es für 2026 nach einem unterdurchschnittlichen Bruterfolg aussieht.
Nisthilfen auf Strommasten
Sakerfalken bauen selbst keine Nester und sind auf vorhandene Strukturen als Brutplätze angewiesen. Künstliche Nisthilfen auf Hochspannungsmasten spielen nach Projektangaben eine wichtige Rolle für den Bestand: Sie schaffen gezielt fehlende Brutplätze und werden von den Vögeln gut angenommen.
Die Jungvögel schlüpfen im Frühjahr, werden im Mai beringt und fliegen in der Regel im Juni aus. Laut Angaben brütet ein großer Teil der österreichischen Population im Leitungsnetz von APG.
Beringung in Deutsch-Wagram
In Deutsch-Wagram im Bezirk Gänserndorf wurden an einem Dienstag fünf junge Sakerfalken aus einer Nisthilfe auf einem Strommast entnommen, untersucht und beringt. Die Tiere stammen aus einer Brut. Die Beringung ist Teil eines langjährigen Schutzprojekts für seltene Greifvogelarten Europas.
Für die Beringung steigen Ornithologinnen und Ornithologen direkt zu den Brutplätzen auf den Masten. Die Jungvögel werden vorsichtig aus den Nisthilfen entnommen, am Boden untersucht und anschließend wieder zurückgebracht. Die Beringung erfolgt in der dritten bis vierten Lebenswoche, wenn die Tiere groß genug für die Untersuchung, aber noch nicht flugfähig sind.
Ziele und Erkenntnisse der Beringung
Die jungen Sakerfalken erhalten leichte Aluminiumringe mit individueller Kennnummer. Damit können Fachleute nachvollziehen, wohin die Vögel wandern, ihre Überlebensrate ermitteln und feststellen, ob sie später selbst wieder ein Brutrevier gründen. Die Beringungsdaten liefern zudem Erkenntnisse über das Verhalten der Tiere nach dem Ausfliegen.
Wiederfunde zeigen laut Projektpartnern, dass junge Sakerfalken teils weite Strecken zurücklegen. Einige wandern demnach bis nach Süd- und Südosteuropa oder Nordafrika. Manche Tiere können später in ihre Geburtsregion zurückkehren und dort selbst brüten.
Vorkommen und Lebensweise
Der Sakerfalke kommt in Österreich vor allem im Osten des Landes vor. Er wird als etwa bussardgroß mit einer Flügelspannweite von rund einem Meter beschrieben. Zu seiner Beute zählen unter anderem Feldhamster, Ziesel und Tauben.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







