St. Pölten: Von Glanzstoff und Schwefelgeruch zu 60.000 Arbeitsplätzen in gemischter Wirtschaftsstruktur
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St. Pölten: Wirtschaftsstandort im Wandel – von Großbetrieben zu gemischter Struktur

Der Wirtschaftsstandort St. Pölten zählt heute 60.000 Beschäftigte in unterschiedlichen Branchen. Die Wirtschaftsstruktur der niederösterreichischen Landeshauptstadt hat sich im Laufe der Jahrzehnte grundlegend verändert: An die Stelle einzelner dominierender Großbetriebe ist heute ein Mix aus Industrie, Handel und Dienstleistung getreten.

Vom Industriestandort zur gemischten Wirtschaft

Früher prägten Großbetriebe wie Voith oder die Viskosefabrik Glanzstoff den Wirtschaftsstandort. Die Glanzstoff-Fabrik war über lange Zeit auch für einen charakteristischen Schwefelgeruch bekannt, der St. Pölten ein entsprechendes Image einbrachte. 2008 wurde der Betrieb eingestellt, 2009 der markante Schlot gesprengt. Auch das in St. Pölten gegründete Möbelunternehmen Leiner existiert nicht mehr.

Spar baut Präsenz in St. Pölten deutlich aus

Zu den gewachsenen Unternehmen am Standort zählt der Lebensmittelhandel Spar. Bereits 1979 errichtete Spar im Süden der Stadt ein Logistikzentrum. Seither wurde der Personalstand am Standort von 400 auf 1.440 Mitarbeiter aufgestockt, die Anzahl der Spar-Geschäfte in St. Pölten von 5 auf 14 erhöht. Im Logistikzentrum selbst sind 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Alois Huber ist Geschäftsführer von Spar Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Traditionsunternehmen Salzer seit über zwei Jahrhunderten aktiv

Zu den langjährigen Unternehmen am Standort gehört die Papierfabrik Salzer, die sich seit 1798 in Familienbesitz befindet. Unter Geschäftsführer Thomas Salzer vereint das Unternehmen am Standort St. Pölten drei Betriebe mit insgesamt 145 Beschäftigten.

St. Pölten zählt heute über 60.000 Einwohner. Daniela Kittel, Juwelierin und Obmann-Stellvertreterin der Plattform St. Pölten, sowie Peter Huber, Wirtschaftsforscher beim Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), zählen zu den Stimmen, die die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt begleiten.