Steiermark erntet Mandeln einen Monat früher – Sommerhitze beschleunigt Reifezeit

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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In der Steiermark hat die diesjährige Mandelernte begonnen – rund einen Monat früher als im Vorjahr. Grund dafür ist die diesjährige Sommerhitze. Einer der Betriebe, auf denen die Mandeln nun geerntet werden, liegt in Pöllau bei Gleisdorf und gehört Michael Gerstl, der als einer der Pioniere des Mandelanbaus in Österreich gilt.

Früher Erntestart nach heißem Sommer

Michael Gerstl begann 2017, sich mit dem Anbau von Mandeln zu beschäftigen, und setzte in Pöllau bei Gleisdorf die ersten Mandelbäume. Den landwirtschaftlichen Betrieb hat er von seinen Eltern übernommen. Die Sommerhitze der vergangenen Monate hat den Mandeln nach seinen Angaben keinen Schaden zugefügt. Im Frühjahr wurde zur Blüte bewässert, um für die Bäume ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. Später ging das Wasser für die Bewässerung aus, dennoch hat die Ernte funktioniert.

Als Schädling im Mandelanbau gilt der Specht, der sich vor der Reife der Kerne deren wässrigen Inhalt herausholt. Im heurigen Sommer litt der Specht selbst unter der Trockenheit.

Nach der Ernte folgt die Trocknung der Mandeln. Zunächst wird das Fruchtfleisch, also die äußere Haut, entfernt, damit es nicht zu schimmeln beginnt. Anschließend kommen die Mandeln für rund einen Tag in den Trockenschrank. Durch diesen Vorgang zieht sich die Mandel zusammen, wodurch ein Zwischenraum entsteht. Dieser Zwischenraum wird beim späteren Knacken benötigt, um Bruch zu vermeiden. Die Mandeln können anschließend maschinell oder händisch geknackt werden.

Mandelanbau im steirischen Weinbauklima

Der kommerzielle Mandelanbau gewinnt in Österreich im Weinbauklima zunehmend an Bedeutung. Grundsätzlich benötigen Mandelbäume ähnliche klimatische Bedingungen wie Weinreben: milde Winter, warme, trockene Sommer und ausreichend Sonnenstunden während der Vegetationsperiode. Regionen, die traditionell für den Weinbau genutzt werden, gelten deshalb auch für den Mandelanbau als geeignet.

Botanisch zählt die Mandel zu den Steinfrüchten und ist eng mit Pfirsichen und Marillen verwandt. Was landläufig als Nuss bezeichnet wird, ist tatsächlich der Kern im Inneren einer steinharten Fruchtschale. Ernährungsphysiologisch gelten Mandeln als wertvoll, da sie hochwertige Proteine und ungesättigte Fettsäuren liefern.

Bei vergleichbaren Anbauprojekten in wärmer werdenden Regionen Mitteleuropas zeigt sich häufig ein ähnliches Muster: Höhere Temperaturen können einerseits die Vegetationsperiode verlängern und frühere Ernten ermöglichen, stellen andererseits aber höhere Anforderungen an die Wasserversorgung der Pflanzen. Eine gezielte Bewässerung zur Blütezeit gilt in solchen Fällen als wichtiger Faktor für den späteren Ertrag, da die Blüte eine besonders empfindliche Phase im Wachstumszyklus darstellt.