Steirische Apfelernte bricht um 35 Prozent ein – Hitze und Trockenheit treiben Obstbauern an Existenzgrenze

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die steirische Apfelernte fällt heuer deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Grund sind Hitze und anhaltende Trockenheit, die sich auf die Entwicklung der Früchte ausgewirkt haben. Die Landwirtschaftskammer Steiermark rechnet mit einem Rückgang der Erntemenge um 35 Prozent auf geschätzt 90.000 Tonnen. Im Vorjahr waren es noch 138.000 Tonnen.

Weniger Regen, kleinere Früchte, frühere Ernte

Statt der üblichen 230 Liter Regen pro Quadratmeter fielen heuer durchschnittlich nur 38 Liter. Die Folge: Die Äpfel sind für die Jahreszeit zu klein, manche Bäume sind komplett vertrocknet oder abgestorben. Die Landwirtschaftskammer nennt Frühjahrsfröste sowie die lang anhaltende Trockenheit im Sommer als Ursachen für den Ernterückgang. Die Ernte musste heuer rund zwei Wochen früher beginnen als sonst üblich.

Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger und Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) machten am Donnerstag einen Lokalaugenschein auf dem Obsthof Singer in Hartl in der Oststeiermark. Obstbauer Josef Singer berichtete dabei von deutlich unterschiedlichen Ergebnissen je nach Bewässerung seiner Anbauflächen. Auf bewässerten Flächen sehen die Kulturen nach seinen Angaben sehr gut aus. Auf Lagen ohne Bewässerung mit steinigen Böden verfärben sich hingegen die Blätter, die Früchte bleiben sehr klein.

Rund 200 Betriebe können ihre Anbauflächen mittlerweile künstlich bewässern, das entspricht etwa einem Drittel der steirischen Apfelbauern. Steinegger erklärte, dass Betriebe ohne Bewässerung durch die Trockenheit an die Existenzgrenze kommen. Schmiedtbauer kündigte an, die Apfelbauern weiter unterstützen zu wollen.

Bund und Land übernehmen derzeit 55 Prozent der Prämien der Hagelversicherung, was in der Steiermark eine Fördersumme von rund 16 Millionen Euro ausmacht. Seit 2024 gibt es zudem eine österreichweit einmalige Förderung, bei der das Land Steiermark 65 Prozent der Kosten für eine Teichanlage übernimmt. Diese Teichförderung soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden.

Steiermark als Zentrum des heimischen Apfelanbaus

Rund 76 Prozent der gesamten österreichischen Apfelanbaufläche liegen in der Steiermark. Etwa 900 Obstbauern bewirtschaften dort rund 4.600 Hektar Fläche. Die Betriebe sichern nach Angaben der Landwirtschaftskammer im Umfeld rund 3.000 Arbeitsplätze. Die häufigste Sorte ist Gala mit einem Anteil von etwa 30 Prozent der Erntemenge, gefolgt von Golden Delicious und Evelina mit jeweils etwa halb so großer Menge.

Pro Kopf werden in Österreich im Schnitt rund 16 Kilogramm Äpfel im Jahr gegessen. Ein steirischer Apfel legt bis zum Verkaufsregal einen Transportweg von rund 150 Kilometern zurück. Zum Vergleich: Äpfel aus Neuseeland kommen auf einen Transportweg von rund 19.000 Kilometern, bevor sie in heimischen Geschäften ankommen.

Grundsätzlich hängt der Ertrag im Obstbau stark von Wasserverfügbarkeit und Bodenbeschaffenheit ab. Steinige, wasserdurchlässige Böden speichern Feuchtigkeit schlechter als schwerere Böden und trocknen bei ausbleibendem Niederschlag schneller aus. Künstliche Bewässerungssysteme, etwa über Tröpfchenbewässerung oder Beregnungsanlagen, können diesen Nachteil ausgleichen, erfordern jedoch entsprechende Infrastruktur wie Wasserspeicher oder Teichanlagen. Der Auf- und Ausbau solcher Anlagen ist mit Investitionskosten verbunden, weshalb öffentliche Förderprogramme in der Landwirtschaft verbreitet sind, um Betrieben die Anschaffung zu erleichtern.

Auch Hagelversicherungen gehören in vielen Obstbauregionen zu den gängigen Absicherungsinstrumenten, da Hagelschlag ganze Ernten binnen kurzer Zeit vernichten kann. Da die Prämien je nach Risiko und Betriebsgröße spürbar ins Gewicht fallen, beteiligen sich Bund und Länder in Österreich vielerorts an den Kosten, um die Absicherung für landwirtschaftliche Betriebe finanzierbar zu halten. Wetterextreme wie Spätfröste im Frühjahr oder Trockenperioden im Sommer zählen zu den zentralen Risikofaktoren im Obstbau, deren Auswirkungen von Region zu Region und je nach Bewässerungsmöglichkeiten unterschiedlich stark ausfallen