Stromnetze unter Druck: Überschuss am Mittag, Engpass am Abend
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Stromnetze unter Druck: Überschuss am Mittag, Engpass am Abend

In Niederösterreich stellt die Balance im Stromnetz an heißen Sommertagen eine wachsende Herausforderung dar. Während in den Mittagsstunden ein Überangebot an Strom entsteht, muss abends importiert werden, um die Nachfrage zu decken.

Überproduktion am Mittag

Niederösterreich zählt zu den drei österreichischen Bundesländern mit den größten Photovoltaik-Flächen. Zwischen 10:00 und 16:00 Uhr erzeugen die Anlagen bei starker Sonneneinstrahlung so viel Strom, dass der Überschuss praktisch keinen Marktwert hat. An Wochenenden und Feiertagen verstärkt sich dieses Ungleichgewicht, da der industrielle und gewerbliche Stromverbrauch deutlich niedriger ausfällt.

Als Folge werden vereinzelt Wasserkraftwerke gedrosselt und Windkraftanlagen abgeschaltet, weil sich die weitere Produktion wirtschaftlich nicht lohnt. Der Schwerpunkt der Windkraft in Österreich liegt in Niederösterreich.

Rückgang der Wasserkraft verschärft die Lage

Gleichzeitig ist die Wasserkraft, insbesondere an der Donau, durch Niederwasser merklich zurückgegangen. Laut den Netzbetreibern sank die Basisleistung aus Wasserkraft um 15 bis 20 Prozent. An sonnenreichen, aber windstillen Tagen müssen deshalb zusätzliche Kraftwerke hochgefahren oder Stromimporte in Anspruch genommen werden.

Batteriespeicher als möglicher Ausweg

Die EVN errichtet derzeit an zwei Standorten Großspeicher. Sowohl die EVN als auch die Netzbetreiber Netz NÖ und APG setzen auf den weiteren Ausbau netzdienlicher Batteriespeicher. Derzeit ist deren netzdienliche Nutzung durch private Anlagen rechtlich noch nicht möglich. An einer entsprechenden gesetzlichen Regelung wird gearbeitet.

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