In vier Gemeinden der Südoststeiermark läuft derzeit ein Pilotprojekt zu kindgerechten Hitzeschutzmaßnahmen für Kindergärten und Krippen. Beteiligt sind Fehring, Kapfenstein, Riegersburg und Unterlamm. Durchgeführt wird das Projekt vom Land Steiermark gemeinsam mit der KLAR!-Region Netzwerk Südost. Erste Maßnahmen und Materialien werden bereits um- und eingesetzt, die gesamten Ergebnisse und Analysen sollen im Herbst vorliegen.
Analysen der Gebäude und erste Werkzeuge im Einsatz
Im Rahmen des Projekts wurden bereits Gebäudeanalysen mit Energieberatern und Energieberaterinnen durchgeführt. Damit soll geklärt werden, wie die Räumlichkeiten der Kindergärten und Krippen an heißen Tagen besser gekühlt oder vor Hitze geschützt werden können.
Als Kernstück des Projekts gilt ein sogenanntes Hitzometer. Daran können Kinder ablesen, welche Hitzestufe gerade herrscht. Ergänzt wird dieses Instrument durch pädagogische Materialien: Das Umweltbildungszentrum hat ein Wimmelbild zum Thema Hitzeschutz im Kindergarten entwickelt, dazu kommen Lieder zum Thema sowie Trinkplakate, die den Kindern zur Orientierung dienen sollen.
Für das pädagogische Personal werden zudem Schulungen durchgeführt. Zu den praktischen Maßnahmen zählt richtiges Lüften durch das Reinigungspersonal in den frühen Morgenstunden sowie angepasste Tagesabläufe. Auch Umgestaltungen des Gartens sind Teil des Maßnahmenkatalogs, ebenso wie technische Veränderungen wie Beschattungen oder bauliche Anpassungen an den Gebäuden.
Aus den gesammelten Erfahrungen soll eine Toolbox für Kindergarteneinrichtungen entstehen. Diese soll Verhaltensregeln für Nutzerinnen und Nutzer sowie pädagogische Materialien enthalten und damit über die vier Pilotgemeinden hinaus einsetzbar sein. Die Energieberatungsstelle des Landes steht Gemeinden und Einrichtungen bereits jetzt beratend zur Seite.
Hitzeschutz als wachsendes Thema in Betreuungseinrichtungen
Kindergärten und Krippen stehen bei zunehmend heißen Sommern vor besonderen Herausforderungen. Kleine Kinder regulieren ihre Körpertemperatur grundsätzlich anders als Erwachsene und reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen. Gleichzeitig verbringen sie einen Großteil des Tages in Gebäuden und Außenanlagen, die oft vor Jahrzehnten geplant wurden, als Hitzeperioden in diesem Ausmaß kaum eine Rolle spielten.
Bei vergleichbaren Vorhaben stehen üblicherweise mehrere Ebenen im Mittelpunkt: bauliche Anpassungen wie Beschattungen oder Dämmungen, organisatorische Maßnahmen wie veränderte Tagesabläufe und frühzeitiges Lüften sowie pädagogische Ansätze, die Kindern selbst ein Verständnis für Hitze und den eigenen Körper vermitteln sollen. Gerade Letzteres gilt als wichtiger Baustein, da Kinder im Kindergartenalter Gefahren durch Hitze noch nicht selbstständig einschätzen können.
Energieberatungsstellen übernehmen bei solchen Projekten in der Regel eine begleitende Funktion. Sie prüfen den baulichen Zustand von Einrichtungen, zeigen Einsparpotenziale auf und beraten zu technischen Lösungen, die sowohl dem Klimaschutz als auch dem Schutz der Nutzerinnen und Nutzer dienen. Die Ergebnisse solcher Analysen fließen häufig in allgemeine Empfehlungen ein, die anschließend auch anderen Gemeinden oder Trägern zur Verfügung gestellt werden können.
Toolboxen oder Leitfäden, wie sie im Rahmen solcher Pilotprojekte entstehen, haben grundsätzlich den Vorteil, dass sie Erfahrungswerte aus konkreten Einrichtungen bündeln und in allgemein anwendbare Empfehlungen übersetzen. Damit können auch Gemeinden von den Ergebnissen profitieren, die selbst nicht unmittelbar an einem Pilotprojekt beteiligt waren.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.






