Studie: Tirols Gewässer haben begrenztes Potenzial für Wärmeerzeugung
Die Energieagentur Tirol hat eine Studie zur thermischen Nutzung von Oberflächengewässern in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen, dass das theoretische Potenzial zwar hoch ist, die tatsächlich nutzbare Kapazität jedoch deutlich darunter liegt.
Theoretisches und reales Potenzial klaffen auseinander
Laut Studie steckt in Tirols Gewässern theoretisch ein hohes Energiepotenzial für die Wärmeerzeugung. Sobald jedoch Standort- und ökologische Bedingungen berücksichtigt werden, sinkt das nutzbare Potenzial auf unter fünf Prozent des theoretischen Gesamtpotenzials.
Bei der thermischen Nutzung wird Energie durch Wasserentnahme oder über Wärmetauscher im Gewässer gewonnen. Wärmepumpen bringen die gewonnene Energie anschließend auf ein nutzbares Temperaturniveau. Das Gewässer wird dabei etwas abgekühlt. Würden Gewässer hingegen für Kühlzwecke genutzt, flösse wärmeres Wasser zurück – einen Einsatz für Kühlzwecke beurteilen die Studienautoren kritisch.
Inn weitgehend ungeeignet, Achensee mit Potenzial
Der Inn ist für eine thermische Nutzung laut Studie oft nicht geeignet. Als Gründe werden periodische Hochwässer, Treibgut, Geschiebe sowie ungeeignete Gewässertemperaturen genannt. Flüsse, deren Temperatur über die Heizperiode nahe dem Gefrierpunkt liegt, scheiden für Heizzwecke grundsätzlich aus.
Dem Achensee bescheinigt die Studie bessere Voraussetzungen: Das Gewässer liegt im Vergleich zu anderen Seen näher an einem größeren Siedlungsgebiet, darunter die Gemeinden Eben und Achenkirch. Eine Nutzung der Gewässerwärme am Achensee wird laut Studie nicht ausgeschlossen. Ob und wann konkrete Schritte zur Umsetzung erfolgen, ist derzeit offen.





