Anhaltende Trockenheit und Hitze der vergangenen Wochen setzen den Pilzen in Oberösterreichs Wäldern deutlich zu. Wer 2026 mit dem Korb unterwegs ist, kehrt bislang meist mit wenig Ausbeute zurück. Im Vorjahr waren die Körbe der Schwammerlsucher zur gleichen Zeit noch gut gefüllt.
Kaum Pilze in den Wäldern
Derzeit lassen sich nur an wenigen Stellen Pilze finden. Josef Steininger von der Mykologischen Arbeitsgemeinschaft Linz ist seit 40 Jahren in der Pilzkunde aktiv und kann sich nach eigenen Angaben an keine vergleichbare Situation in dieser Zeit erinnern.
Häufiger anzutreffen sind derzeit sogenannte Zersetzerpilze sowie parasitäre Pilze. Sie beziehen ihre Nährstoffe und Feuchtigkeit aus Holz oder direkt von ihren Wirten und benötigen dadurch insgesamt weniger Feuchtigkeit als andere Pilzarten. Das macht sie widerstandsfähiger gegenüber den aktuell trockenen Bedingungen. Als Speisepilze sind diese Arten allerdings kaum von Bedeutung, was die schmale Ausbeute für Sammler zusätzlich erklärt.
Ursache für das geringe Pilzaufkommen ist vor allem die Situation im Boden. Das Myzel, ein feines Geflecht aus Fäden, wächst dort normalerweise gut geschützt vor äußeren Einflüssen. Mittlerweile ist es jedoch vielerorts auch im Boden selbst zu trocken, sodass sich kaum neue Fruchtkörper bilden können.
Pilzberater Otto Stoik erklärt, dass nach der langen Trockenheit etwa eine Woche lang ordentlicher und anhaltender Regen nötig wäre, um die Situation spürbar zu verbessern. Ein kurzer, heftiger Regenguss reiche dafür nicht aus, da das Wasser dabei größtenteils oberflächlich abfließe, statt in tiefere Bodenschichten vorzudringen. Sollte ausreichend Regen fallen, könnten laut Stoik innerhalb von drei bis fünf Tagen wieder neue Fruchtkörper entstehen. Josef Steininger geht davon aus, dass ohne Regen auch im Herbst kein höheres Pilzaufkommen zu erwarten ist.
Feuchtigkeit als entscheidender Faktor für das Pilzwachstum
Pilze zählen zu den Organismen, deren Wachstum besonders eng an Feuchtigkeit gekoppelt ist. Der eigentliche Organismus lebt dabei größtenteils unsichtbar im Boden oder im Holz als Myzel, einem weit verzweigten Netz feiner Fäden. Was Sammler als Pilz wahrnehmen, ist lediglich der Fruchtkörper, der der Verbreitung der Sporen dient und nur unter bestimmten Bedingungen gebildet wird.
Damit sich solche Fruchtkörper entwickeln, benötigt das Myzel ausreichend Wasser im Boden sowie meist auch mildere Temperaturen. Bleibt der Regen über längere Zeit aus, trocknet die oberste Bodenschicht aus, in der viele Pilzarten wachsen. Kurzzeitige Niederschläge reichen in solchen Situationen häufig nicht aus, da das Wasser bei ausgetrocknetem Boden oft nicht tief genug einsickert, sondern oberflächlich abfließt oder rasch verdunstet.
Erst länger anhaltender, gleichmäßiger Regen kann den Wasserhaushalt des Bodens wieder so weit auffüllen, dass das Myzel aktiv wird und neue Fruchtkörper bildet. Je nach Pilzart und Witterung kann dieser Prozess unterschiedlich schnell verlaufen. Zersetzer- und parasitäre Pilze gelten dabei allgemein als widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit, da sie ihre Feuchtigkeit und Nährstoffe nicht direkt aus dem umgebenden Boden, sondern aus organischem Material wie Holz oder von lebenden Wirtsorganismen beziehen.
Für die klassischen Speisepilze, die stärker auf feuchte Böden angewiesen sind, bedeuten längere Trockenperioden dagegen häufig eine deutlich verzögerte oder ausbleibende Fruchtkörperbildung. Erst wenn ausreichend Niederschlag über einen längeren Zeitraum fällt, können sich in der Folge auch wieder größere Mengen an Fruchtkörpern entwickeln.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.





