Die Bundesregierung plant, den Einbau von Klimaanlagen zu erleichtern. Jan-Philipp Richter, Experte für Bauphysik und Bauökologie an der TU Wien, warnt jedoch davor, dass ein massenhafter Einsatz von Klimaanlagen Wien zusätzlich aufheizen werde. Richter äußerte sich in einem Interview für die Sendung „Wien heute“.
Warnung vor Aufheizeffekt in der Gesamtstadt
Nach Angaben Richters kühlen Klimaanlagen zwar die einzelne Wohnung, geben die entzogene Wärme sowie zusätzliche Abwärme jedoch nach außen ab. Werden sehr viele Geräte gleichzeitig in einer ganzen Stadt betrieben, führt dies laut Richter dazu, dass die Stadt insgesamt aufgeheizt wird. Diesen Zusammenhang erklärte er mit Blick auf die Pläne der Bundesregierung, den Einbau von Klimaanlagen zu erleichtern.
Als Alternative empfiehlt Richter außenliegenden Sonnenschutz, etwa Jalousien oder Rollläden. Dieser spare nach seinen Angaben sowohl Kosten als auch Strom. Zudem verwies er darauf, dass die aktuellen Baustandards auf historischen Klimadaten sowie auf dem Prinzip des passiven Hitzeschutzes beruhen.
Passiver Hitzeschutz als bauliches Grundprinzip
Grundsätzlich unterscheidet die Bauphysik zwischen aktiven und passiven Maßnahmen zum Schutz vor Hitze. Aktive Systeme wie Klimaanlagen entziehen einem Raum aktiv Wärme und benötigen dafür Energie, wobei die entzogene Wärme an anderer Stelle wieder abgegeben wird. Passive Maßnahmen setzen dagegen bereits davor an, indem sie verhindern, dass Wärme überhaupt in ein Gebäude eindringt.
Außenliegender Sonnenschutz gilt dabei als eine der wirksamsten passiven Methoden, da er die Sonneneinstrahlung bereits vor der Fassade oder dem Fenster abfängt. Innenliegende Beschattungssysteme wie Vorhänge können Wärme dagegen erst abhalten, nachdem sie bereits durch das Glas in den Raum eingedrungen ist, und sind dadurch in ihrer Wirkung eingeschränkter.
Bestehende Baustandards orientieren sich häufig an langjährigen historischen Klimadaten. In Zeiten steigender Durchschnittstemperaturen und häufigerer Hitzeperioden stellt sich in der Fachdiskussion zunehmend die Frage, inwieweit solche Standards weiterhin geeignet sind, Gebäude ausreichend vor sommerlicher Überwärmung zu schützen.
Städtische Wärmeinseln als bekanntes Phänomen
In der Stadtklimatologie ist der Effekt, dass dicht bebaute urbane Gebiete wärmer sind als ihr Umland, als städtische Wärmeinsel bekannt. Ursachen dafür sind unter anderem versiegelte Flächen, die Wärme speichern, sowie ein geringerer Anteil an Grünflächen und Verdunstungskühlung im Vergleich zu ländlichen Regionen. Zusätzliche Abwärmequellen wie technische Anlagen können diesen Effekt in dicht besiedelten Bereichen weiter verstärken.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.





