Kinder und Jugendliche in Vorarlberg haben im Schnitt kürzere Schulwege als der Rest Österreichs. Das zeigt eine Auswertung des Foresight-Instituts für ORF und APA, die sämtliche 2.091 österreichischen Gemeinden sowie die 23 Wiener Bezirke umfasst. Deutliche Unterschiede gibt es innerhalb des Bundeslandes: Während Kinder im Rheintal und in der Stadt Bludenz besonders kurze Wege zur Schule haben, müssen Kinder aus Fontanella und Damüls die längsten Strecken in Vorarlberg zurücklegen.
Lange Wege in den Bergregionen, kurze im Rheintal
Laut der Auswertung benötigen Kinder aus Fontanella und Damüls im Schnitt 24 Minuten, um eine Schule zu erreichen. Damit weisen die beiden Gemeinden die längsten Schulwege innerhalb Vorarlbergs auf. Allgemein sind es Kinder und Jugendliche aus ländlichen Regionen im Süden des Landes, die längere Anfahrtszeiten in Kauf nehmen müssen.
Ein deutlich anderes Bild zeigt sich im Rheintal und in der Stadt Bludenz, wo die Schulwege kürzer ausfallen. In Bludenz beträgt der kürzeste Schulweg vom Stadtmittelpunkt aus lediglich eine Minute, da sich das Schulzentrum mitten in der Stadt befindet.
Trotz der innerhalb Vorarlbergs bestehenden Unterschiede liegen die Schulwege im Bundesland insgesamt unter dem österreichischen Durchschnitt. Eine Ausnahme bilden Gymnasiasten aus ländlichen Gebieten: Sie haben österreichweit die längsten Schulwege. Schüler aus ländlichen Vorarlberger Gemeinden benötigen im Schnitt 21,7 Minuten Fahrzeit mit dem Auto zu einer AHS. Im Burgenland liegt der vergleichbare Wert bei 14,8 Minuten.
Bei Schulwegen mit öffentlichen Verkehrsmitteln schneidet Vorarlberg dagegen gut ab. Für Oberstufenschüler beträgt die durchschnittliche Fahrstrecke mit Öffis vor Schulbeginn 14,7 Minuten, für Unterstufenschüler 10,7 Minuten. Damit liegt Vorarlberg bundesweit auf Platz zwei hinter Wien, das bei dieser Statistik zum Bundesschnitt nicht mitgezählt wird.
Das Kleinwalsertal wurde in der Berechnung nicht berücksichtigt, da es über keine direkte Straßenverbindung nach Österreich verfügt.
Grundlage der Berechnung: Mittelpunkt, Kartendaten und Schulstandorte
Für die Auswertung wurde als Ausgangspunkt jeweils der geografische Mittelpunkt einer Gemeinde herangezogen. Von dort aus wurden die Mindestfahrzeiten zu den nächstgelegenen Schulen berechnet. Grundlage dafür waren Daten des Kartendienstes Open Street Map. Berücksichtigt wurden alle öffentlichen Schulstandorte mit Stand des Schuljahres 2023/24 sowie sämtliche Schultypen.
Diese Methodik erlaubt einen bundesweiten Vergleich, da für jede der 2.091 Gemeinden und die 23 Wiener Bezirke dieselbe Berechnungsgrundlage verwendet wurde. Da der geografische Mittelpunkt einer Gemeinde nicht zwingend dem tatsächlichen Wohnort einzelner Schülerinnen und Schüler entspricht, handelt es sich um eine statistische Annäherung, die Tendenzen und Unterschiede zwischen Regionen sichtbar macht.
Schulwege als Standortfaktor ländlicher Gemeinden
Grundsätzlich hängt die Länge von Schulwegen stark von der Siedlungsstruktur und dem Angebot an Schulstandorten in einer Region ab. In dicht besiedelten Gebieten wie dem Rheintal liegen Schulen häufig näher beieinander, wodurch sich kürzere Wege ergeben. In dünn besiedelten Berggemeinden ist das Angebot an weiterführenden Schulen dagegen naturgemäß begrenzter, sodass Kinder und Jugendliche oft in benachbarte Talschaften oder größere Orte pendeln müssen.
Bei der Wahl des Verkehrsmittels spielt zudem die Ausstattung mit öffentlichem Nahverkehr eine Rolle. Schulwege, die mit Bus oder Bahn zurückgelegt werden, hängen stark von Taktung und Anbindung der jeweiligen Linien ab. In ländlichen Regionen mit geringerer Bevölkerungsdichte ist ein dichtes Nahverkehrsnetz organisatorisch und wirtschaftlich schwieriger umzusetzen als in urbanen oder dicht besiedelten Gebieten. Das kann dazu führen, dass Familien in solchen Regionen stärker auf das Auto angewiesen sind, um Schulwege in vertretbarer Zeit zu bewältigen.
Für weiterführende Schulen wie Gymnasien gilt zudem, dass sie meist n







