Open-Air-Ausstellung „Was ist Chuzpe?“ am Marko-Feingold-Steg in Salzburg
In der Stadt Salzburg ist auf dem Marko-Feingold-Steg eine neue Open-Air-Ausstellung zu sehen. Die Schau trägt den Titel „Was ist Chuzpe?“ und widmet sich diesem Begriff in vielfältigen Facetten.
Die Ausstellung eröffnet am Geburtstag von Marko Feingold, nach dem der Steg benannt ist. Der Marko-Feingold-Steg wird als Symbol für Erinnerungskultur verstanden und seit 2021 jährlich für Ausstellungen genutzt.
„Was ist Chuzpe?“ beleuchtet Themen wie Mut, Zivilcourage und Schlagfertigkeit. Der Begriff „Chuzpe“ wird dabei unter anderem mit „Frechheit“ übersetzt und mit Engagement und Menschlichkeit in Verbindung gebracht, die Marko Feingold auszeichneten. Feingold war Überlebender des Holocaust und Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Im Zusammenhang mit ihm werden Direktheit und ein unermüdlicher Einsatz gegen Antisemitismus hervorgehoben.
In der Ausstellung werden historische Beispiele von Menschen gezeigt, die Grenzen überschritten oder auf Unrecht reagierten. Ein Schwerpunkt ist die „Operation Greenup“, die laut Darstellung aus einer Gruppe mutiger jüdischer Flüchtlinge bestand. Mitglieder dieser Gruppe sprangen gemeinsam mit einem Wehrmachtsdeserteur im Auftrag des amerikanischen Nachrichtendienstes in Tirol mit Fallschirmen ab, agierten unter falscher Identität, sammelten Informationen und leisteten Widerstand gegen das NS-Regime.
Teile der Ausstellung widmen sich kleinen Gesten des Widerstands, etwa der Rettung von Leben durch Zivilcourage von Pfadfinderinnen und Hausmeisterinnen. Dabei wird herausgearbeitet, dass Chuzpe auch in scheinbar kleinen Handlungen liegen kann, die gesellschaftlichen Grenzen trotzen und helfen, scheinbar Unüberwindbares zu überwinden.
Kurator Albert Lichtblau betont, dass mit Chuzpe mithilfe von Ironie, Charme und Mut beziehungsweise Übermut etwas Wichtiges erreicht werden könne. Er nennt Marko Feingold selbst als Beispiel für Chuzpe. Auch Hanna Feingold, die Witwe von Marko Feingold, erläutert den Begriff im Rahmen der Ausstellung. Hannes Sulzenbacher, Chefkurator des Jüdischen Museums Wien, wirkt gemeinsam mit Lichtblau an der Gestaltung mit.
Der Steg trägt seit 2021 offiziell den Namen Marko-Feingold-Steg. Seit der Benennung werden dort jährlich Ausstellungen zur jüdischen Geschichte und zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus gezeigt. Die Kulturabteilung der Stadt Salzburg präsentiert die aktuelle Open-Air-Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Salzburg Museum sowie den Kuratoren Albert Lichtblau und Hannes Sulzenbacher.
Die Tafeln der Ausstellung sind zweisprachig in Deutsch und Englisch gestaltet und so konzipiert, dass sie auch im Vorübergehen erfasst werden können. Diese Form der Vermittlung schafft laut Beschreibung Erinnerungs- und Themenräume für die Stadtbevölkerung und internationale Gäste. Dagmar Aigner, Kulturabteilungsvorständin der Stadt Salzburg, hebt hervor, dass die jährliche Ausstellung am Marko-Feingold-Steg an Marko Feingold erinnert und Fragen und Themen aus der jüdischen Kulturgeschichte in Salzburg aufgreift.
Die Ausstellung „Was ist Chuzpe?“ ist von 28. Mai bis 31. August 2026 am Marko-Feingold-Steg in Salzburg zu sehen.








