Studie zu Werten junger Menschen in Wien löst politische Debatte aus
Eine neue Studie zu Werten und Einstellungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Wien hat für breite Aufmerksamkeit gesorgt. Die Erhebung beschreibt unter anderem weit verbreitete konservative und autoritäre Haltungen in bestimmten Gruppen.
Die von Integrationsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) in Auftrag gegebene Studie dient nach ihrer Darstellung als Grundlage für politische Schlussfolgerungen. Emmerling sieht darin einen klaren Handlungsauftrag.
Konservative und autoritäre Einstellungen
Laut Studie sind stark konservative Wertvorstellungen unter den befragten Jugendlichen weit verbreitet. Auch autoritäre Einstellungen treten demnach in größerem Ausmaß auf.
Eine zentrale Aussage der Untersuchung ist, dass viele junge Muslime religiösen Regeln mehr Bedeutung beimessen als staatlichen Gesetzen. Der Formulierung „Für mich stehen die Vorschriften meiner Religion über den Gesetzen in Österreich“ stimmen laut Studie 41 Prozent der muslimischen Jugendlichen zu. Unter christlichen Jugendlichen liegt dieser Anteil bei 21 Prozent.
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei der Aussage „Der Mann sollte in einer Familie für alle größeren Entscheidungen zuständig sein“. Dieser stimmen laut Studie 18 Prozent der Jugendlichen mit österreichischen, polnischen oder rumänischen Wurzeln zu. Unter syrischen, afghanischen und tschetschenischen Jugendlichen sind es 45 Prozent.
Bewertung durch Studienautor und politische Ansätze
Studienautor Kenan Güngör spricht im Zusammenhang mit bestimmten Ergebnissen von Warnsignalen. Er sagt, es gebe in Teilgruppen bedenkliche und alarmierende Entwicklungen. Zugleich wird berichtet, dass die Mehrheit der Jugendlichen laut Studie demokratisch gefestigt ist; es ist von Risikokonstellationen bei einem Teil der Jugendlichen die Rede.
Güngör zufolge wurden in der Studie auch Gründe für die festgestellten Einstellungen abgefragt. Er nennt Religion, Herkunft, soziale Medien und Einstellungen in der Familie als Faktoren, die eine Rolle spielen.
Integrationsstadträtin Emmerling bezeichnet die Studie als wichtige Grundlage für politische Ableitungen. Als Ansatzpunkte nennt sie einen gemeinsamen Ethik- und Demokratieunterricht sowie ein Mehr an Elternarbeit. Sie spricht davon, Elternarbeit stärker einzubinden und zu verpflichten. Güngör begrüßt den Ansatz einer verstärkten Elternarbeit. Zudem wird ein Social-Media-Verbot als sinnvoll bezeichnet.
Kritik an Methodik und Repräsentativität
Die Extremismusforscherin Daniela Pisoiu übt Kritik an der Studie. Sie betont, Fragen zur Religiosität würden noch nichts über Extremismus aussagen. Aus ihrer Sicht wurden einige wissenschaftliche Fragen zu vage gestellt, sodass nicht klar sei, was genau gemessen wurde.
Pisoiu kritisiert zudem, dass die Studie nicht repräsentativ ist. Güngör bestätigt, dass Repräsentativität in diesem Setting nicht möglich gewesen sei. In der Studie wird explizit auf die fehlende Repräsentativität hingewiesen.
Umfang der Studie und religiöse Zusammensetzung an Schulen
Die Untersuchung umfasst 133 Seiten. Befragt wurden 1.200 Jugendliche und junge Erwachsene, darunter Personen mit und ohne Migrationshintergrund. Es wurden zehn ethnische Zugehörigkeiten angegeben: österreichisch, serbisch, polnisch, rumänisch, bosnisch, türkisch, kurdisch, syrisch, afghanisch und tschetschenisch.
In Wien leben besonders viele junge Menschen mit unterschiedlichen Glaubensbekenntnissen. An den öffentlichen Pflichtschulen – dazu zählen Volksschule, Mittelschule und Polytechnikum – sind laut Angaben 42 Prozent der Schülerinnen und Schüler islamischen Glaubens, 32 Prozent christlichen Glaubens und 23 Prozent ohne Bekenntnis.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








