Salzburg plant Wiedereinführung mobiler Community Nurses
In Salzburg soll mobiles Diplompflegepersonal unter der Bezeichnung Community Nurses wieder eingeführt werden. Die Fachkräfte sollen bei Bedarf direkt in Privathaushalte und Seniorenwohnhäuser kommen und dort Pflegeleistungen erbringen.
Mit dem neuen Angebot verbindet das Land Salzburg das Ziel, die Versorgungsqualität zu verbessern, Kosten zu senken und die Zahl der Rettungsdienstfahrten in die Spitäler deutlich zu reduzieren. Als Vorbild dient ein seit Jahren bestehendes Modell in Niederösterreich.
Modell nach niederösterreichischem Vorbild
In Niederösterreich gibt es seit Jahren sechs Stützpunkte eines mobilen Pflegesystems, das dort als „Acute Community Nurses“ (ACN) bezeichnet wird. Die Fachkräfte dieses Systems sollen in längstens 45 Minuten bei ihren Patientinnen und Patienten sein.
Auch in Salzburg ist geplant, ein System nach dem Modell der „Acute Community Nurses“ zu installieren. Zu Beginn werden drei Standorte als vorstellbar beschrieben. Genannt werden die Regionen Pinzgau, Pongau/Lungau sowie der Zentralraum.
Für den Zentralraum werden als mögliche konkrete Standorte Stadt Salzburg, Anif, Bergheim oder Eugendorf erwähnt. Die Überlegungen zu den Standorten werden Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) zugeschrieben.
Zielgruppe und Entlastung des Rettungsdienstes
Zielgruppe des geplanten Systems sind Patientinnen und Patienten über 65 Jahre mit mehreren Krankheiten. Community Nurses werden als Angehörige des gehobenen Pflegedienstes beschrieben.
Als Beispielregion wird der Flachgau genannt, wo Patientinnen und Patienten derzeit für einen Katheterwechsel meist ins Krankenhaus oder zum Hausarzt fahren müssen. Laut Darstellung bieten nur wenige Hausärzte in Salzburg Katheterwechsel an, weshalb diese in den meisten Fällen Fahrten ins Krankenhaus erfordern.
Wolfgang Fürweger erklärt, Community Nurses würden in Salzburg nicht nur Geld kosten, sondern mehr Geld sparen helfen. Im Jahr vor der Berichterstattung seien 18,3 Millionen Euro für Rettungsfahrten ausgegeben worden. Bei einer Reduktion der Rettungsfahrten um 15 bis 20 Prozent wäre das System nach seinen Angaben ausfinanziert.
Projekt „Gesundheit 2040“ und Spitalsstruktur
Die Salzburger Landesregierung hat im Rahmen des Projekts „Gesundheit 2040“ beschlossen, alle Spitäler im Bundesland zu erhalten. Künftig wird allerdings nicht mehr jedes Spital alle Leistungen anbieten können.
Beschrieben wird, dass spezialisierte Chirurgen aus dem Universitätsklinikum tageweise in Tamsweg geplante Operationen durchführen sollen. Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) verweist in diesem Zusammenhang auf Expertiseweitergabe, Schulung des Personals vor Ort und telemedizinische Anwendungen.
Zudem sollen die Salzburger Seniorenwohnhäuser als erstes Bundesland an das ELGA-System angebunden werden.
Reaktionen der Salzburger Grünen
Die Wiedereinführung der Community Nurses wird als Schritt der Salzburger Landesregierung dargestellt. Die Salzburger Grünen bezeichnen diesen Schritt in einer Aussendung als überfällig.
Pflegesprecherin Kimbie Humer-Vogl übt eine kritische Einschätzung zum bisherigen Umgang der Landesregierung mit Community Nurses. Sie hebt hervor, dass das bisherige Konzept eine große Stärke in der Prävention gehabt habe und Community Nursing nie nur eine Feuerwehr für akute Fälle gewesen sei.
Nach ihren Angaben fehlt der präventive Ansatz im neuen Konzept der Community Nurses.








