An 30 Wiener Schulen ist es innerhalb eines Schuljahres gelungen, insgesamt 13.000 Kilogramm Lebensmittelabfall zu vermeiden. Der Anteil der weggeworfenen Speisen sank dabei von 24 auf 19 Prozent. Möglich wurde dies durch eine Kooperation mit der Initiative „United Against Waste“. Anlass für die Bilanz ist der Internationale Tag gegen Lebensmittelverschwendung, den die UNO ausgerufen hat.
Weniger Abfall an teilnehmenden Schulen
Ein Monitoring an den beteiligten Schulen hatte zuvor gezeigt, dass fast ein Viertel der angelieferten Speisen im Müll landete. Die Unterschiede zwischen einzelnen Standorten waren dabei groß: Manche Schulen entsorgten lediglich rund zehn Prozent der Lebensmittel, andere rund 40 Prozent. Eine Untersuchung der Universität für Bodenkultur (BOKU) ergab zudem, dass insbesondere Suppen und Salate häufig weggeschmissen wurden.
Um dem entgegenzuwirken, wurden mehrere Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählten Infoveranstaltungen für die an den Schulen für das Essen verantwortlichen Personen, bei denen Best-Practice-Beispiele vorgestellt wurden. Zusätzlich wurden Schülerinnen und Schüler zu den angebotenen Menüs befragt. An den Schulen kamen außerdem flexiblere Essenszeiten und Küchendienste zum Einsatz, um das Bewusstsein für den Umgang mit Lebensmitteln zu stärken. Ergänzend gab es ein offenes Feedback an die Essenslieferanten.
Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) erklärte, dass durch die Einsparungen an den 30 teilnehmenden Schulen jährlich mehr als 25 Tonnen CO2 vermieden würden. Andrea Trattnig, Leiterin der Magistratsabteilung 56, die für die Wiener Schulen zuständig ist, war ebenfalls an der Initiative beteiligt. Aufgrund der bisherigen Ergebnisse wurde die Zusammenarbeit mit „United Against Waste“ heuer ausgeweitet: Statt bisher 30 nehmen nun 50 Wiener Schulen an dem Programm teil.
Lebensmittelverschwendung als bundesweites Problem
Der Umgang mit Lebensmittelabfällen ist über den Wiener Schulbereich hinaus ein Thema von größerer Tragweite. Laut BOKU werden in Österreich pro Jahr mehr als 1,2 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Dabei entstehen Abfälle grundsätzlich entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der landwirtschaftlichen Produktion über Verarbeitung und Handel bis hin zu Großküchen, Gastronomie und privaten Haushalten.
In Gemeinschaftsverpflegungen wie Schulen, Kantinen oder Krankenhäusern gelten dabei besondere Rahmenbedingungen. Speisepläne müssen in der Regel bereits Tage oder Wochen im Voraus festgelegt werden, während sich der tatsächliche Bedarf oft kurzfristig ändert. Schwankende Teilnehmerzahlen, unterschiedliche Geschmäcker und wechselnde Portionsgrößen erschweren eine exakte Planung zusätzlich. Initiativen wie „United Against Waste“ setzen deshalb häufig auf ein systematisches Erfassen von Abfallmengen, um gezielt jene Stellen im Ablauf zu identifizieren, an denen besonders viel weggeworfen wird.
Allgemein zeigt sich in der Praxis von Gemeinschaftsverpflegungen zudem, dass Bestellmengen und Lieferstrukturen einen erheblichen Einfluss auf die tatsächlich anfallenden Essensreste haben können. Auch organisatorische Anpassungen, etwa bei Essenszeiten oder bei der Einbindung von Schülerinnen und Schülern in die Abläufe, gelten als mögliche Ansatzpunkte, um Abfallmengen zu reduzieren. Kurzfristige Schwankungen bei der Teilnehmerzahl, etwa durch Krankheitswellen, stellen dabei grundsätzlich eine besondere Herausforderung für eine treffsichere Speisenplanung dar.







