Der Arkadenhof des Wiener Rathauses verwandelt sich in der nächsten Woche in die Kinderstadt „Wienopolis“. Von 24. bis 28. August 2026 können Kinder zwischen acht und 13 Jahren dort täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr in eine eigene kleine Stadt eintauchen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Eigene Währung, eigenes Amt, eigene Regierung
In Wienopolis gibt es ein Arbeitsamt, ein Ausbildungszentrum, mehrere Geschäfte und eine Bühne. Bezahlt wird mit einer eigenen Währung namens Holli Cent. Kinder können sich Geld verdienen und damit Snacks und Getränke kaufen.
Zur Kinderstadt gehört auch eine eigene Regierung, die von den Kindern selbst gewählt wird. Bürgermeisterin oder Bürgermeister sowie Stadträtinnen und Stadträte entscheiden über Gesetze und Regeln für Wienopolis. Alle Kinder können zur Wahl gehen oder selbst für ein Amt kandidieren.
Neben der Verwaltung können die jungen Bewohnerinnen und Bewohner verschiedene Berufe ausprobieren, etwa als Berichterstatter für eine Zeitung oder eine Fernsehsendung. Politikerinnen und Politiker besuchen die Kinderstadt während der Woche und stellen sich den Fragen der Kinder.
Organisiert wird die Wienopolis-Woche im Rahmen des WIENXTRA-Ferienspiels. Für erwachsene Begleitpersonen gelten eigene Regeln: Sie erhalten bei der Rathauswache ein Besucher-Visum, das 30 Minuten gültig ist. Danach müssen sie in die Erwachsenen-Zone zurückkehren. Auch Kinder unter acht Jahren und über 13 Jahren dürfen die Kinderstadt nur zeitlich begrenzt mit einem Visum besuchen. Für jüngere Geschwister gibt es zweimal täglich eine Kasperlvorführung im Wappensaal des Rathauses.
Spielerische Demokratiebildung für Kinder
Konzepte wie Wienopolis gehören zu einer Reihe von Kinderstadt-Projekten, die in vielen Städten während der Sommerferien angeboten werden. Grundsätzlich verfolgen solche Formate das Ziel, demokratische Grundprinzipien und wirtschaftliche Zusammenhänge auf spielerische Weise erfahrbar zu machen. Kinder übernehmen dabei Rollen, die im Alltag Erwachsenen vorbehalten sind, etwa als gewählte Vertreterinnen und Vertreter einer Stadtregierung oder als Beschäftigte in unterschiedlichen Berufsfeldern.
Üblicherweise steht bei solchen Projekten die eigenständige Erfahrung im Vordergrund: Kinder sollen selbst entscheiden, welche Aufgaben sie übernehmen, wie sie mit eigenem Einkommen umgehen und wie Regeln innerhalb einer Gemeinschaft entstehen. Die Trennung zwischen einer Kinder-Zone und einer Erwachsenen-Zone, wie sie auch bei Wienopolis vorgesehen ist, ist bei vergleichbaren Projekten ein gängiges Element, um den Kindern einen eigenständigen Handlungsraum zu ermöglichen.
Das WIENXTRA-Ferienspiel, in dessen Rahmen die Kinderstadt stattfindet, bietet in den Wiener Sommerferien traditionell ein breites Programm an Freizeit- und Bildungsangeboten für Kinder. Solche Ferienprogramme sollen in der Regel eine sinnvolle und altersgerechte Beschäftigung während der schulfreien Zeit ermöglichen und richten sich meist an unterschiedliche Altersgruppen mit jeweils passenden Angeboten.







